Kreis warnt vor Schneelast auf Dächern

Das Schneeräumen auf Dächern ist für das Technische Hilfswerke keine neue Aufgabe. Mehrfach musste das THW in diesem Jahr bereits ausrücken. Tino Koeppe
Das Schneeräumen auf Dächern ist für das Technische Hilfswerke keine neue Aufgabe. Mehrfach musste das THW in diesem Jahr bereits ausrücken. Tino Koeppe

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28. Dezember 2010, 06:23 Uhr

Gadebusch | Damit keine akuten Einsturzsituationen entstehen, hat die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg alle Eigentümer und Verfügungsberechtigte von Gebäuden mit Flachdächern und flach geneigten Dächern aufgefordert, diese hinsichtlich der Schneebelastung zu überprüfen.

Bei Flachdächern bis 30 Grad Dachneigung kann als grobe Faustregel folgende Schneehöhe als unkritisch angesehen werden: lockerer Schnee 40 cm, abgelagerter oder feuchter Schnee 20 cm. Werden die Werte wesentlich überschritten, sollte das Dach vom Schnee beräumt werden.

Zu beachten sind nach Angaben des Landkreis Dachsprünge und Dachaufbauten u. ä. Dort können sich Schneeverwehungen (ein so genannter Schneesack) bilden, die zu höheren Schneelasten führen. Auch wenn diese Einflüsse in einer ordnungsgemäßen statischen Berechnung berücksichtigt sein müssten, sollten übermäßige Schneeverwehungen aus Sicherheitsgründen beräumt werden.

Bei Dächern ab 30 Grad Dachneigung bis 60 bzw. 70 Grad nimmt die rechnerische Schneelast linear bis auf Null ab. Diese Dächer sind im Allgemeinen hinsichtlich der Schneelast weniger gefährdet, sofern das Abrutschen des Schnees nicht behindert wird (z. B. durch Brüstung, Schneefanggitter). Im Zweifel sollten Gebäudeeigentümer in ihre Bauakten schauen (statische Berechnung) oder einen Tragwerksplaner zu Rate ziehen.

Wer selbst nicht in der Lage ist, den Schnee vom Dach zu räumen, sollte ein entsprechendes Unternehmen beauftragen, bei der Gemeinde oder der Feuerwehr nachfragen, wer solche Arbeiten durchführt. Durch zu hohe Schneelasten hatte es im vergangenen Winter u. a. Probleme in einem Grevesmühlener Baumarkt gegeben. Dort drohte die Deckenkonstruktion unter der Last von Schnee und Eis einzu brechen. Mitglieder des Technischen Hilfswerks aus Gadebusch und der Grevesmühlener Feuerwehr rückten daraufhin an. Das THW hatte damals auch das Dach eines Einkaufszentrum in Gägelow von Schneemassen befreit.

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