Kreis wappnet sich gegen "Street View"

Wolfgang Dittmann
Wolfgang Dittmann

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28. August 2010, 03:19 Uhr

Ludwigslust/Hagenow | Zum Ende dieses Jahres will der Internet-Dienstleister Google seinen umstrittenen Straßenpanorama-Dienst "Google Street View" auch in Deutschland starten. In diesem Zusammenhang hat der Kreistag Ludwigslust Anfang Juli beschlossen, den kommunalen Datenschutz im Internet zu sichern und diesem Dienst im Landkreis Ludwigslust Grenzen zu setzen.

Dementsprechend ist die Kreisverwaltung beauftragt, Widerspruch gegen die Erhebung und Veröffentlichung von Aufnahmen durch "Google Street View" an datenschutzrechtlich bedenklichen kommunalen Einrichtungen und Orten (z. B. Kindertageseinrichtungen, Schulen, Spielplätzen, Krankenhäusern, Kinderwohnheimen etc.) einzulegen und auch der Speicherung aller kommunalen Geräte mit W-LAN mit ihrer Kennung und ihrem Verschlüsselungsstatus zu widersprechen.

Des Weiteren sei die Kreisverwaltung beauftragt, Bürger u. a. im Internetauftritt des Landkreises (www.kreis-lwl.de) in geeigneter Weise auf das Recht und die Möglichkeit zum Widerspruch gegen die Erhebung und Veröffentlichung von Aufnahmen privater Liegenschaften gegenüber Google und gegen das Speichern von Geräten mit WLAN mit ihrer Kennung und ihrem Verschlüsselungsstatuts hinzuweisen, informiert dazu Wolfgang Dittmann als zuständiger Fachdienstleiter. Entsprechende Informationen befänden sich jetzt im Internet-Portal des Landkreises, ebenso wie Muster-Widerspruchsschreiben zum Download und weiterführende Links zum Thema.

Dittmann: "Eigentümer oder Bewohner, die ihr Gebäude oder Grundstück nicht in ,Google Street View; veröffentlicht sehen möchten, können dagegen bis zum 15. September Widerspruch einlegen."

Google selbst hebt den Mehrwert zum Beispiel für Touristen hervor. So erklärte kürzlich ein Sprecher, dass die eigene Städtereise schon am Rechner beginnen könne. Gezeigt werde bei Street View alles, was auch im echten Leben zu sehen sei, so der Google-Sprecher weiter.

Doch hier setzt die Kritik ein: Dabei ist das reine Abfilmen von Häuserfronten gar nicht das eigentliche Problem. Denn wer sein Grundstück nicht im Netz sehen will, kann einfach per Mail bei Google Widerspruch erheben. Anschließend wird sein Haus in den Aufnahmen unkenntlich gemacht.

Datenschützer sehen dies jedoch anders. Google sei in der Vergangenheit sehr oft unsensibel vorgegangen. So ist Anfang des Jahres bekannt geworden, dass der Internetkonzern auch ungeschützte WLan-Zugangspunkte von Privatleuten und Firmen mit in sein Kartenwerk aufgenommen hat. Datenschützer haben bei Street View die Befürchtung, dass man per Mausklick unzählige Informationen aus dem Netz zusammenführen und auswerten könne.

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