Kreis vermittelt Arbeitslose selbst

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09. Dezember 2010, 08:22 Uhr

Prignitz | Der Landkreis Prignitz will ab dem 1. Januar 2012 die Hartz IV-Empfänger alleine betreuen. Den dazu erforderlichen Beschluss fassten die Abgeordneten gestern Abend fast einstimmig: 41 Abgeordnete votierten dafür, nur zwei stimmten mit Nein. Damit würde die bisherige gemeinsame Betreuung mit der Agentur für Arbeit in der Arge beendet werden. Land und Bund müssen noch zustimmen.

Fraktionen und Verwaltung sehen in der Option mehr Vorteile für die betroffenen Langzeitarbeitslosen. Landrat Hans Lange (CDU) sprach von einer Möglichkeit, "sie näher an den ersten Arbeitsmarkt heranzubringen". Der Kreis erhalte mit dem Optionsmodell die "große Chance, auf Lebensverhältnisse einzuwirken", so Lange.

Klaus Petry (SPD) sprach sich offen dagegen aus. Er warf dem Landkreis eine zu einseitige Informationspolitik vor. Dieser habe zu sehr positive Äußerungen von Institutionen über das Optionsmodell in den Mittelpunkt seiner Argumentation gestellt. Petry bezweifelt, dass es wirklich zu Verbesserungen für die Betroffenen kommen werde. "Nur der Absender ändert sich", kritisierte er mit Blick auf die künftigen Hartz IV-Bescheide. Die Arge habe sich bewährt, was auch der Kreis nie abgestritten habe. Die Agentur sei kompetent in der Vermittlungen von Arbeitslosen, der Kreis in sozialen Fragen. "Ein Miteinander ist besser als ein Nebeneinander und das geht nur in der Arge", so Petry.

Torsten Uhe, erster Beigeordneter, versicherte, dass aus finanzieller Sicht beide Modelle gleich gestellt seien: "Der Bund stellt die Mittel zur Verfügung." Mittelfristig könne der Kreis Sozialausgaben sparen, da er sich eine höhere Vermittlungsquote von Langzeitarbeitslosen verspricht.

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