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Lokales

15. Dezember 2017 | 17:06 Uhr

Kreis Prignitz schießt Unterhalt vor

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erstellt am 02.Mai.2010 | 07:46 Uhr

Prignitz | Immer häufiger kommt der Landkreis Prignitz für den Unterhalt von Kindern auf. Zahlte er im Jahr 2007 in 720 Fällen einen Unterhaltsvorschuss, waren es im vergangenen Jahr bereits 800 Fälle. Gezahlt werde immer dann, wenn bei getrennt lebenden Paaren der zahlungspflichtige Partner an den Alleinerziehenden nicht zahlt, erklärt Iris Dutkowski, Sachbereichsleiterin Unterhaltsfragen.

Der Unterhaltsvorschuss werde generell nur alleinerziehenden Elternteilen gewährt, die nicht verheiratet sind und wenn das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. "Maximale Zahldauer sind 72 Monate", sagt Iris Dutkowski. Die finanzielle Unterstützung durch den Landkreis sei stets die letzte Alternative.

Zunächst würden Betroffene beraten. Anspruch auf so eine kostenlose Beratung haben Mütter oder Väter, die alleine für ein Kind zu sorgen haben. 2009 machten von diesem Hilfsangebot 2357 Prignitzer Gebrauch.

Ziel der Beratung sei es, Wege zu finden, wie die Alleinerziehenden dass ihnen zustehende Unterhaltsgeld bekommen können, so Iris Dutkowski. Dazu sei es erforderlich, das der zahlungspflichtige Elternteil sein Einkommen nachweist. "Dann können wir eine Berechnung vornehmen und die Höhe des Unterhalts festlegen." Werde der Nachweis oder die Zahlungsaufforderung verweigert, bleibe als letzte aber wirksame Möglichkeit der Gerichtsweg.

Zwangsvollstreckung möglich

Auch in diesem Fall könne der Landkreis unterstützend wirken. "Betroffene müssen dazu Beistandsschaften beantragen, damit erteilen sie uns eine Prozessvollmacht", so Dutkows ki. Mit dieser sei es möglich, bei Gericht Klage einzureichen. Das Gericht könne die Offenlegung des Einkommens fordern und die Unterhaltshöhe festlegen.

Stelle das Gericht die Zahlungsfähigkeit fest, könnten Säumige rückwirkend belangt werden. "Natürlich wollen wir uns das Geld zurückholen", bekräftigt die Sachbereichsleiterin. Dafür stünden wirksame Methoden zur Verfügung, "selbst die Möglichkeit der Zwangsvollstreckung ist uns gegeben".

Zahlte der Kreis 2008 rund 1,2 Millionen Euro an Unterhaltsvorschuss, sank die Summer 2009 leicht auf 1 178 000. Grund sei das auf 184 Euro gestiegene Kindergeld. Dieses wird von dem Unterhaltsbetrag abgezogen, der für Kinder bis zum 6. Lebensjahr 317 Euro monatlich beträgt, bis zum zwölften 364 Euro.

Der kreisliche Haushalt wird nicht belastet. Die Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss muss laut Bundesgesetzgebung die Landesregierung übernehmen, informiert Iris Dutkowski.

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