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Lokales

17. August 2017 | 05:46 Uhr

Kreis hat kein Geld zum Löcherstopfen

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Nordwestmecklenburg | Verzwickte Lage beim Landkreis Nordwestmecklenburg: Die neue Wintersaison steht bevor, aber die Schäden der vergangenen Winterperiode sind längst nicht behoben. Der Grund: Der Kreishaushalt 2010 liegt seit Mai zur Bestätigung beim Innenministerium in Schwerin. Jetzt lassen sich wichtige Investitionen erst im November realisieren. "Problematisch" meinen Fachleute der Kreisstraßenmeisterei, denn im Spätherbst lässt sich kein Heißasphalt erfolgreich auftragen. Die Auswirkungen bekommen die Autofahrer im Nordwesten zu spüren.

Zu dieser Einschätzung gelangt Marco Wulff, der Chef der Kreisstraßenmeisterei im Nordwesten. Er koordiniert seit gestern auf dem Grevesmühlener Betriebshof die Vorbereitungen auf die Wintersaison 2010/2011. "Wir müssen sehen, welche Reparaturen sich im Herbst noch realisieren lassen." Der Nordwestkreis bezifferte die Schadenssumme auf rund vier Millionen Euro.

Kreissprecherin Petra Rappen kennt die Problematik: "Wie gesagt, wir stehen seit Mai mit dem Innenministerium ständig in Kontakt. Vielleicht erhalten wir Ende September aus Schwerin die Freigabe." Auf Anfrage der SVZ signalisierte gestern ein Ministeriumssprecher eine "Freigabe des unproblematischen Zahlenwerkes im September".

Aktuell sind die Mitarbeiter der Straßenmeisterei beim so genannten Splitten, dem Abdichten gerissener Asphaltdecken. Notwendige Kosmetik damit kein Wasser eindringt und Frost den Asphalt zerstört.

Grundsätzlich sei der Betriebshof für die neun Streubezirke gerüstet. Wulff: "Die Instandsetzung der Technik lief über die Sommermonate. Derzeit passen wir bei Subunternehmen die Technik an." Den Kreisbetrieb unterstützen drei Unternehmen. Weitere fünf kommen bei schwierigen Wetterlagen zur Befahrung der 380 Kilometer Kreisstraßen hinzu. Davon befinden sich 260 Kilometer Strecke außerhalb von Ortschaften. Innerhalb dieser bleiben die Schiebeschilder allerdings nur bei Vertragskommunen unten.

Prognosen, wie lange das Streusalz reicht, möchte der Meistereichef nicht abgeben. Wulf: "Unsere Lagerstätten sind mit 120 Tonnen sowie einer Reserve gut gefüllt. Bei Engpässen können wir fünf Tage überbrücken." Mehr an Streusalz einzulagern lohne sich nicht, denn Salz ziehe Wasser und verklumpe. "Folglich verlassen wir uns auf die Lieferbetriebe und deren Pläne zur Bereitstellung von Streusalz", betont der Leiter des Kreisbetriebes.

An einen Winter wie Anfang 2010 wolle trotz Vorbereitungen heute noch niemand denken. Die Auswirkungen waren bis ins zweite Quartal spürbar. Wulff: "Wir konnten nicht alle Kollegen ins Frei schicken. Links und rechts der Straßen gibt es auch im Frühjahr und Sommer noch ausreichend Arbeit."

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erstellt am 07.Sep.2010 | 08:03 Uhr

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