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Lokales

25. September 2017 | 00:55 Uhr

Kreis bekommt mehr Geld für altes Papier

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2010 | 08:16 Uhr

parchim | Die Blaue Tonne für Altpapier bleibt Streitobjekt. Nach wie vor schnappen private Entsorger damit dem Landkreis den begehrten und wieder teuren Rohstoff vor der Nase weg. Die Verwaltung setzt weiter auf ein Container-Stellplatzsystem, hat aber eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, die für höhere Einnahmen sorgt.

Gangolf Hergert von der Parchimer Kreisverwaltung: "Von elf Firmen, die Interesse durch Abgabe eines Angebotes signalisiert hatten, wurden zehn Firmen in die Rahmenvereinbarung aufgenommen. Diese erhalten jetzt monatlich die Möglichkeit, ihr Angebot zu verbessern und so an die aktuelle Preisentwicklung am Markt anzupassen. Das jedoch im Vergabeverfahren abgegebene Angebot ist das Mindestgebot, das sie nicht unterschreiten können."

Der Abschluss einer Rahmenvereinbarung ist eine nach der Novellierung des Vergaberechtes neue Form der Vertragsgestaltung mit der Möglichkeit, dass mehrere Firmen Vertragspartner des Landkreises sind und die Firmen auch innerhalb des Leistungszeitraumes im Wettbewerb stehen. Vorteil für den Kreis und die Bürger: Die teils beträchtlichen Ausschläge an den Papierbörsen innerhalb kürzester Zeit können berücksichtigt werden. Stieg vorher der Preis, blieb es beim vereinbarten niedrigen Wert, bis neue Verträge abgeschlossen wurden.

Die Altpapiermengen werden jetzt monatlich vermarktet. Der Höchstpreis bei der Angebotsabgabe für den Monat Mai liegt bei 114 Euro pro Tonne. Das ist der höchste Preis, der seit der Selbstvermarktung durch den Landkreis erzielt wurde. Die Mengenentwicklung ist allerdings durch die Blaue Tonne nach wie vor rückläufig, beklagt Gangolf Hergert.

Das könnte Folgen auch für die Abfallgebühren haben. Seit einigen Jahren hat der Landkreis Entsorgung und Verwertung getrennt, somit fließen die Erlöse zum Kreis und drücken damit auch die Müllgebühren. Kommt weniger Geld rein, könnte die irgendwann deshalb steigen.

Seit private Entsorger vor zwei Jahren damit begannen, Bürgern die blauen Tonnen vor die Tür zu stellen, tobt ein erbitterter Streit um das lukrative Geschäft. Der Landkreis versuchte zwischenzeitlich sogar, juristisch gegen das "Rosinenpicken" vorzugehen. Das Abfallrecht sehe vor, dass solche Sammlungen nur durchgeführt werden können, wenn sie öffentlichen Belangen nicht entgegenstehen. Das täten sie aber in diesem Fall, argumentierte Parchim.

Der Landkreis selbst stellt keine blauen Tonnen auf, die den Bürgern Wege sparen. Die Einsammelkosten, so Gangolf Hergert, wären doppelt so hoch wie die des Iglusystems. Und das Geld spare der Bürger.

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