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Nordwestmecklenburg : Krach im Wahljahr: CDU-Chef wirft hin

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Wenige Monate vor der Kreistags- und Landratswahl hat es einen handfesten Krach in der CDU Nordwestmecklenburg gegeben.

svz.de von
erstellt am 18.Mär.2011 | 08:04 Uhr

Grevesmühlen | Wenige Monate vor der Kreistags- und Landratswahl hat es einen handfesten Krach in der CDU Nordwestmecklenburg gegeben. Der Kreis-Vorsitzende Dr. Hans-Heinrich Uhlmann aus Dalberg schmiss nach einer Vorstandssitzung das Handtuch und legte auch sein Kreistagsmandat nieder. Als Grund nannte Uhlmann die fehlende Unterstützung des CDU-Vorstandes. "Wenn man seine politischen Ziele nicht umsetzen kann, muss man daraus seine Konsequenzen ziehen", sagte Uhlmann.

Ein Großteil des Vorstandes - darunter offenbar auch der stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Erhard Huzel, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans-Otto Schmiedeberg, der ehemalige Kreistagspräsident Dr. Ulrich Born und der stellvertretende Landrat Gerhard Rappen - stand offenbar nicht mehr hinter Uhlmann. Hauptgrund soll die vergangene Kreistagssitzung gewesen sein. Da hatte Uhlmann gefordert, dass die CDU-Fraktion den Haushalt des Kreises geschlossen ablehnt. Ergebnis der Abstimmung: Die CDU-Fraktion stimmte für den Haushalt. Anschließend soll es heftige Diskussionen bei den Christdemokraten gegeben haben. In der jüngsten Vorstandssitzung habe es dann richtig gescheppert. Uhlmann trat zurück und erklärte gestern gegenüber unserer Zeitung: "Ich werde nicht wieder antreten, jedenfalls nicht für die CDU. Ich mache jetzt erst einmal meinen Job." Uhlmann ist Geschäftsführer des Krankenhauses in Crivitz.

Das Verhältnis zwischen Hans-Heinrich Uhlmann und SPD-Landrätin Birgit Hesse galt seit langem als "höchst angespannt". Zu Uhlmanns Rücktritt wollte sich die Landrätin gestern nicht äußern. Dafür aber der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Christian Albeck. Bei ihm sorgt Uhlmanns Rücktritt für Erleichterung. "Damit kehrt hoffentlich wieder Normalität in Nordwestmecklenburgs Lokalpolitik ein. Wir haben lange darauf gewartet, dass sich die CDU von ihm befreit, denn in der letzten Zeit wollte ja niemand mehr mit der CDU zusammenarbeiten." Aus Albecks Sicht hätten durch Uhlmanns Aussagen in den vergangenen Monaten nicht nur die CDU, sondern alle demokratischen Parteien des Kreises Schaden genommen. Albeck nannte als Beispiel den Streit um die Kreismusikschule.

Nach Uhlmanns Rücktritt ist jetzt Prof. Dr. Erhard Huzel amtierender Chef der Christdemokraten. Der Lüdersdorfer Bürgermeister ist bei der Landratswahl im Herbst Gegenkandidat von Landrätin Birgit Hesse.

Eigentlich wäre Uhlmann noch bis Herbst Vorsitzender gewesen. Dann hätte neu gewählt werden müssen. Wann und ob bis Herbst überhaupt ein neuer Vorsitzender gewählt werde, sei noch unklar, sagte die CDU-Kreisgeschäftsführerin Ingrid Schafranski. Eine Vorstandssitzung sei Ende März geplant.

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