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Lokales

18. August 2017 | 12:30 Uhr

Kosten für Schloss-Quartier steigen

vom

Altstadt | Das in großen Teilen dem Verfall preisgegebene, geschichtsträchtige Uhle-Viertel im Herzen der Schweriner Altstadt wird gerettet. Die Bauarbeiten für das neue "Schloss-Quartier", so der offizielle Name, weil Uhle urheberrechtlich geschützt ist, laufen auf vollen Touren. "Die denkmalgeschützte Bausubstanz wird erhalten, anstelle der Abrisshäuser entstehen auf dem 2200 Quadratmeter großen Areal zwischen Schloss-, Busch-, Schuster- und Enger Straße attraktive Wohnungen", erläutert Investor Dr. Horst Brandt seine Pläne. Rund sieben Millionen Euro will er investieren.

Gebaut wird derzeit gleichzeitig an vier alten Gebäuden des Karrees, der Schlossstraße 29 und den Häusern Nummer 16, 18 und 20 der Buschstraße. Parallel werden die alten Weinkeller der ehemaligen Sektkellerei Uhle freigelegt und entkernt, sie sollen zu Tiefgarage umfunktioniert werden. Insgesamt 30 Stellplätze können so im Innenhof entstehen, die durch ein begrüntes Dach von außen gar nicht als solche wahrzunehmen sein werden.

In der rund 600 Quadratmeter großen Baugrube haben in den vergangenen Wochen Archäologen im Auftrag des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege unterschiedliche Siedlungsabschnitte frei gelegt: Eichenbalken aus dem 9. bis 11. Jahrhundert zeigen deutlich die Grundrisse der Häuser der slawischen Bewohner des Stadthügels (wir berichteten). Die Kosten für die Arbeit der Archäologen trägt der Investor. "Ich verstehe die Notwendigkeit der Ausgrabungen. Aber für mich kleinen Investor aus Schwerin sind die zusätzlichen, nicht planbaren 80 000 Euro ganz schön problematisch. Das ist nahezu existenzgefährdend", sagt Dr. Brandt. Die eine Hälfte habe er schon bezahlt, für die andere verhandele er noch mit den Banken die Finanzierung. Trotz Bitten um Preisnachlass oder Unterstützung beim Land müsse er die volle Summe zahlen. "Sauer bin ich aber auch, weil es keinerlei Gegenleistung gibt. Die Fundstücke werden ja noch nicht einmal öffentlich ausgestellt", berichtet Dr. Brandt.

Doch das seien nicht die einzigen unvorhersehbaren Mehrkosten. Die Bohrpfahlgründung musste der Investor wegen neuer Baugrund- und Holzschutzgutachten verändern, was das Vorhaben um 300 000 Euro teurer macht. Die auf ursprünglich auf jeweils 20 000 Euro konzipierten Tiefgaragenstellplätze werden nun voraussichtlich 32 000 Euro kosten. Einer der Gründe sind zusätzliche Sicherheitsanforderungen, erklärt der Investor. "Wir müssen 150 Tonnen Stahl verbauen - 1000 Euro kostet die Tonne", so Dr. Brandt. Ob die Stellplätze sich für den Preis tatsächlich am Ende verkaufen lassen, da ist sich Dr. Brandt nicht so sicher. "Wenn ich nach der Fertigstellung des Schloss-Quartiers ohne Verluste dastehe, kann ich schon zufrieden sein", sagt der Investor.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Der Bau des Quartiers liegt im Zeitplan, so Dr. Brandt. Am 24. September soll an der Buschstraße 18/20 bereits Richtfest gefeiert werden. Zeitgleich will Dr. Brandt den Grundstein für die Tiefgarage legen. Sein Ziel sei es, den Rohbau der Garage noch 2010 fertig zu stellen und auch mit dem Rohbau der Neubauten zu beginnen. Im April will Dr. Brandt da bereits ebenfalls Richtfest feiern. Im September 2011 soll das Schloss-Quartier dann bezugsfähig sein.

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erstellt am 06.Sep.2010 | 06:07 Uhr

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