Kopfprämie für Schmierfinken geplant

Teurer Spaß: Hans-Peter Schröder entfernt Graffiti-Schmierereien. Die Stadt will jetzt eine Belohnung für Zeugen ausloben. Foto: Archiv
Teurer Spaß: Hans-Peter Schröder entfernt Graffiti-Schmierereien. Die Stadt will jetzt eine Belohnung für Zeugen ausloben. Foto: Archiv

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01. Dezember 2008, 02:38 Uhr

Güstrow | Die Stadt Güstrow will nach dem Vorbild anderer Städte im Land eine Prämie ausloben für Menschen, die Hinweise auf Graffiti-Schmiereien geben. Der Vorstoß löst Widerspruch aus: SPD-Fraktionschef Harald Weber fürchtet öffentliche Bespitzelung.

Die Beschlussvorlage dürfte in der Güstrower Stadtvertretung noch für Diskussionen sorgen: Bürgermeister Arne Schuldt schlägt vor, dass Belohnungen ausgelobt werden für Zeugen, die bei der Aufklärung von Graffiti-Schmierereien helfen. 100 Euro sind dabei im Gespräch. Das Thema ist Dauerbrenner auch in Güstrow: Immer wieder kommt es vor, dass Unbekannte Häuser-Fassaden verunstalten und dafür nicht haftbar gemacht werden können. Andere Städte wie z.B. Boizenburg haben eine solche "Kopfprämie" bereits ausgelobt. Im Hauptausschuss gab es nur eine knappe Mehrheit für den Vorschlag: Drei Mitglieder stimmten dafür, zwei dagegen; vier enthielten sich der Stimme.

"Hier wird zum Bespitzeln aufgerufen", machte sich Harald Weber (SPD) Luft. Er sei dagegen, dass Güstrower Geld dafür erhalten, weil sie anderen hinterher sehen. Es sei seiner Meinung nach vielmehr Bürgerpflicht, Hinweise auch ohne Prämie zu heben. Weber: "Ich glaube nicht, dass 100 Euro Schmierereien verhindern."

Arne Schuldt verteidigte den Vorschlag: Ziel sei es, die illegalen Graffiti-Sprayer mit der Prämie, die dann quasi für Sachbeschädigung auf ihren Kopf ausgesetzt wird, abzuschrecken.

In zehn Tagen sollen die Stadtvertreter über den Vorschlag entscheiden.

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