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Lokales

21. September 2017 | 19:48 Uhr

Koordinator für die Kultur

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erstellt am 30.Mär.2011 | 06:38 Uhr

Prignitz | Rund anderthalb Jahre sind seit der Vorstellung des Kulturkonzeptes für den RWK durch Wissenschaftler der FH Potsdam vergangen - Zeit genug, um auf der gemeinsamen Sitzung der Kulturausschüsse der drei beteiligten Kommunen am Dienstagabend in Perleberg eine erste Bilanz zu ziehen.

Anett Jura als RWK-Koordinatorin rief dazu noch einmal Eckpunkte der Studie ins Gedächtnis. Insgesamt sechs Handlungsfelder - kulturelle Infrastruktur und Kulturförderung, Vernetzung und Kooperation, kulturtouristische Angebote, Umlandfunktion, Qualifizierung und Beschäftigung sowie kulturelle Bildung - hatten die Kulturwissenschaftler definiert, und die Akteure berichteten, dass viele dieser Ideen bei genauerem Hinsehen bereits vor der Untersuchung umgesetzt wurden. Ein Beispiel ist der Prignitz-Sommer, der im Prinzip dem angeregten Kulturfördertopf entspricht, da hier alle beteiligten einzahlen und so Projekte finanzieren, auch Evaluationen der Besucherzahlen und Zielgruppenorientierung finden durch Befragungen und eine vielfältige Veranstaltungsplanung bereits statt.

Geteilte Meinungen gab es zum gemeinsamen Veranstaltungskalender, der eines gewissen Pflegeaufwandes bedarf und parallel zu den Kalendern bei "Brandenburg vernetzt" geführt wird. "Wie es auch immer gemacht wird, die Absprachen sind ein Muss, damit uns Dopplungen wie im vergangenen Jahr Elbebadetag und Bücherfest nicht wieder passieren", machte Perlebergs Kulturausschussvorsitzender Hartmut Schneider deutlich. Insgesamt sei man aber vor allem bei Kooperationen auf einem guten Weg, positive Beispiele seien die Verbindung von Elblandfestspielen und Lotte-Lehmann-Akademie sowie die Initiative "Prignitzer Gastlichkeit", die auch über die Grenzen des RWK hinaus wirke, erklärte Bodo Rückschlag, Chef der Prignitzer Dehoga und geschäftsführender Vizepräsident des Elblandfestspielvereins. Allerdings müssten noch mehr Möglichkeiten zur Kooperation gefunden werden, so war unter anderem eine gemeinsame Museumsnacht im Gespräch.

Ein weiteres zentrales Thema war die Einrichtung der Stelle für einen Kulturkoordinator, der sich hauptamtlich um die Umsetzung der gemeinsamen Projekte kümmern soll. Über das Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" können bis zu 200 000 Euro an Fördermitteln dafür eingeworben werden, die Eigenbeteiligung beträgt nur zehn Prozent für die drei Kommunen zusammen, je rund 6000 Euro über drei Jahre. Einer entsprechenden Tischvorlage stimmten die anwesenden Vertreter der Kulturausschüsse einstimmig zu, die endgültige Entscheidung müssen aber die jeweiligen Stadtverordneten und Gemeindevertreter treffen.

"Die Einrichtung dieser Stelle ist zwingend notwendig", erklärte Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, der zudem dem Arbeitskreis Kultur im RWK vorsteht, auf "Prignitzer"-Nachfrage. "Die Kulturabteilungen der Städte sind personell an der Grenze, und deren primäre Aufgabe ist auch nicht die Kultur koordination, sondern der Betrieb der Einrichtungen wie Museen oder Bibliotheken." Vor diesem Hintergrund müsse die Chance einer geförderten Stelle genutzt werden, damit die Arbeit nicht nur stückweise nebenbei, sondern effektiv gemacht werde.

"Außerdem sind über das Programm ,Zusammenhalt durch Teilhabe nicht nur die Personalkosten förderfähig, es können damit auch erste Projekte finanziell angeschoben werden", sagt Hermann. So wolle er sich dafür einsetzen, dass die Wittenberger Stadtverordneten dem Vorschlag ihre Zustimmung geben. "Dieses Geld sollten wir wirklich investieren."

Auch aus der Gemeinde Karstädt gibt es Zustimmung. "Das ist sicherlich sinnvoll, eine zentrale Stelle dafür einzurichten", sagte Bürgermeister Udo Staeck. Finanziell sehe er keine Hindernisse. "Unsere Haushaltslage lässt eine Beteiligung an diesem Projekt zu."

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