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Konzept geht auf: Krankenhaus gewinnt Assistenzärzte

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erstellt am 16.Jan.2011 | 06:39 Uhr

Prignitz | Ärztlichen Nachwuchs möchte das Kreiskrankenhaus Perleberg gern langfristig an sich binden. Stipendien an Medizinstudenten wie im Landkreis Elbe-Elster lehnt Geschäftsführer Wolfgang Korzen aber ab. Mit Geld lasse sich nicht alles regeln und junge Menschen so langfristig zu binden, setze sie unnötig unter Zwang. Die Rückzahlung des Stipendiums oder ein eventuelles Rauskaufen aus dem Vertrag durch andere Arbeitgeber mindern zudem die Erfolgsaussichten des Modells, wie Korzen betont.

Sein Haus habe einen anderen Weg beschritten und den Titel "Akademisches Lehrkrankenhaus" angestrebt. Seit knapp einem Jahr ist das Ziel erreicht und die Zusammenarbeit mit der Uniklinik Rostocker trägt erste Früchte: Zwölf junge Mediziner absolvieren in Perleberg ihr praktisches Jahr. Bis zu 15 können es im Monat werden, so Korzen.

"Wir stellen ihnen Wohnraum und Mittagessen zur Verfügung, zahlen monatlich eine Heimfahrt", sagt der Geschäftsführer. Der Gegenwert betrage bis zu 720 Euro. Mehr soll und dürfe es nicht werden, weil die Eltern sonst den Kinderfreibetrag verlieren würden.

"Die Akademiker sind zufrieden mit ihrer Ausbildung und der Organisation in unserem Haus", sagt Wolfgang Korzen. Das würden nicht nur laufende Neubewerbungen belegen, sondern auch erste Arbeitsverträge. "Drei Studenten machen bei uns als Assistenzarzt weiter."

Damit sei genau das eingetreten, was sich die Klinik durch die Zusammenarbeit mit der Uniklinik erhofft hatte: "Junge Mediziner frühzeitig ans Haus binden, mit guter Ausbildung und anspruchsvoller Arbeit überzeugen", so Geschäftsführer Korzen.

Der leitende Chefarzt Professor Dr. Rolf Dein führt als Argument die moderne Technik an: "Sie ist bei uns auf dem neuesten Stand." Zusätzlich biete das Haus den jungen Akademikern Fort- und Weiterbildungen an, ermögliche den Besuch von Ärztekongressen. All das zusammen mache Perleberg für Assistenzärzte attraktiv, sind Wolfgang Korzen und Rolf Dein überzeugt.


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