Kommunen träumen von 40 Millionen Euro

Die Kommunen in unserer Region haben nach SVZ-Informationen einen hohen Investitionsbedarf.
Die Kommunen in unserer Region haben nach SVZ-Informationen einen hohen Investitionsbedarf.

Nach der Ankündigung der Bundesregierung, mit Milliardeninvestitionen die kommunale Infrastruktur zu fördern, begann in den Ämtern und Gemeinden der Region das große Rechnen. Die "Wunschlisten" zeigen einen enormen Investitionsstau. Insgesamt umfassen die Vorhaben 40 Millionen Euro.

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13. Januar 2009, 09:37 Uhr

Ludwigslust | Allein die vier Ämter und Städte in unserer Region haben einen so gewaltigen Investitionsstau, dass fast alle Fördermittel des neu aufgelegten Landes-Konjunkturprogramms "Wachstum stärken - Investitionen sichern" aufgezehrt würden. Mit rund 40 Millionen Euro wollen Gemeinden und Städte in unserer Region zuschlagen. Die Landesregierung stellt allerdings nur rund 60 Millionen für das ganze Land bereit. Dieses Geld soll zusätzlich zu Bundesmitteln zur Verfügung stehen. Hintergrund: Die Bundesregierung fördert Infrastrukturprojekte mit bis zu 80 Prozent. Einige Gemeinden können die restlichen 20 Prozent Eigenmittel jedoch nicht aufbringen und sollen durch die zusätzliche Landesförderung die Möglichkeit bekommen, Infrastrukturprojekte zu starten.

Die Projekte im Einzelnen:

Amt Ludwigslust Land: 9 600 000 EuroIm Saldo haben die Gemeinden im Amt einen Investitionsbedarf von rund 3,6 Millionen Euro. "Es sind Wunschvorstellungen, ich glaube nicht, dass wir viele von den Projekten umsetzen können ", sagte der Leitende Verwaltungsbeamte Hans-Jürgen Schmidt. "Hier werden von Land und Bund Erwartungen geschürt, die nie und nimmer umsetzbar sind."

Wichtig seien ihm die Investitionen in die Kindertagesstätten. Dies betreffe Alt Krenzlin, Göhlen, Warlow, Wöbbelin, Rastow und Lübesse. Außerdem stehen viele Straßenprojekte auf der Agenda. Dazu zählt der Straßenausbau in Göhlen mit 288 000 Euro, ein Gehweg in Leussow mit rund 70 000 Euro sowie der Weg am Schulzenwiesengraben für 180 000 Euro. In Sülstorf will die Gemeinde einen Radweg für 250 000 Euro. Und Groß Laasch träumt von einem Kulturhaus-Ensemble für insgesamt rund 900 000 Euro. Auch die Stadt Ludwigslust wird sich um zusätzliche Förderung bemühen. Die klamme Stadtkasse will Fördermittel für den Tunnelbau einwerben und auch die Kindertagesstätten benötigen dringend Geld. Der Bedarf liegt hier bei insgesamt sechs Millionen Euro.

Amt Dömitz-Malliß: 15 000 000 EuroDie Wünsche des Amtes Dömitz-Malliß fallen mit einem Volumen von über 15 000 000 Euro üppig aus. Die Gemeinde Vielank möchte rund zwei Millionen Euro für den Wege- und Straßenbau, Malliß träumt von einem Gewerbegebiet für drei Millionen Euro. Und auch in Schule und Hort sollen rund 500 000 Euro fließen. Das Waldbad Alt Jabel soll für rund 1,5 Millionen Euro erweitert und saniert werden. Die Gemeinde Grebs will 400 000 Euro für neue Straßen und Beleuchtung. Neu Kaliß benötigt die gleiche Summe für die Schaffung eines Mehrgenerationenhauses. In Karenz soll ein Ausstellungs- und Informationszentrum für 120 000 Euro entstehen und in Dömitz die Bibliothek für 30 000 Euro neu ausgestattet werden. Für die Festung der Elbestadt werden 4,5 Millionen Euro benötigt. Das Rathaus ist ebenfalls sanierungsbedürftig. Allein diese Maßnahme würde rund eine Million kosten. Auch das Gebäude, in dem die Bibliothek untergebracht ist, benötigt rund 800 000 Euro für eine grundlegende Sanierung und die Straße an der Bleiche soll für rund 300 000 Euro gemacht werden.

Amt Grabow: 6 600 000 EuroDas Amt Grabow will mit zusätzlichen Fördergeldern lang gewünschte, aber nie realisierte Projekte umsetzen. "Der Investitionsbedarf ist gewaltig", sagte Margret Günther, die zuständige Mitarbeiterin im Bauamt. Das Amt hat Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Millionen zu realisieren. Zu den Projekten zählen vor allem Straßenbaumaßnahmen. Darunter der Stolper Weg in Muchow, dessen Schlaglöcher den Anwohnern schon lange Sorgen machen. Hier hoffe man, den Eigenanteil von mehr als 100 000 Euro zu reduzieren. Außerdem müsse das Dorfgemeinschaftshaus für 150 000 Euro grundlegend saniert werden, und auch die Trauerhalle benötige für eine Instandsetzung rund 50 000 Euro.

Ein Teil der Bewässerung der Elde-Müritz-Wasserstraße soll neu angelegt werden. Allein hier fallen Kosten von 480 000 Euro an. Der zweite Bauabschnitt der Verbindungsstraße zwischen Güritz und Krohn soll rund 120 000 Euro kosten. Für 140 000 Euro will Eldena den Krummen Weg sanieren und die Straßenbeleuchtung erneuern. Auf ihre Laternen warten die Brunower schon lange. In diesem Jahr sollen rund 45 neue die vielen alten ersetzen. Kostenpunkt: 100 000 Euro. Ein landwirtschaftlicher Weg zwischen Krinitz und Steesow soll auf 4,50 Meter Breite ausgebaut werden. Hier muss die öffentliche Hand rund 720 000 Euro aufbringen. Und auch die Stadt Grabow will Förderung beantragen. Grundschule, Regionale Schule, Kitas und Straßen sind Schwerpunkte. Kosten von insgesamt 4,5 Millionen Euro sind hier realistisch, so Kämmerin Brigitte Dörfler gestern.

Amt Neustadt-Glewe: 9 420 000 EuroMillionenforderungen kommen auch aus dem Amt Neustadt-Glewe. Bürgermeister Uwe Menz möchte gerne seinen Schulen in Schuss bringen. Von Atrium bis Sportanlagen habe die Regionale Schule einen gewaltigen Investitionsbedarf. Hier schätzt Uwe Menz die Kosten auf zwei Millionen Euro. In die Grundschule will die Gemeinde weitere 1,2 Millionen Euro stecken. "Die Schulen haben absoluten Vorrang", sagte Menz.

In Kindertagesstätten und Sportstätten sollen noch einmal rund eine halbe Million Euro fließen. Zudem will die Stadt mit Geld aus Schwerin auch Planungen für eine Ortsumgehung anstoßen. Die beiden Gemeinden im Amt wollen ebenfalls von dem Investitionstopf zahlreiche Projekte finanzieren. In Blievenstorf soll die Trauerhalle für rund 70 000 Euro erneuert werden. Sie ist völlig marode und daher dringend sanierungsbedürftig. Zudem sei die Straßensituation in der Gemeinde eine Katastrophe. Sandwege, Schlaglöcher - gleich mehrere Wege und Straßen müssen ausgebaut werden. Dazu braucht das Dorf mehr als eine Million Euro. Die Gemeinde Brenz wittert bei der Erschließung ihres Gewerbegebietes Morgenluft.

Von bisher 70 Prozent Förderung der Baukosten, sollen jetzt 90 Prozent der Bausumme von mehr als 2,4 Millionen Euro aus Fördertöpfen kommen. Das wäre eine Einsparung von fast einer halben Million Euro. Zudem soll die ehemalige Grundschule zu einem Dorfgemeinschaftshaus ausgebaut werden. 400 000 Euro Kosten sind hier realistisch, so Uwe Menz.

Und auch in Brenz sollen Straßen ausgebaut werden. Im Fokus ist vor allem die Lindenstraße, die sich rund einen Kilometer durch den Ort zieht und 1,4 Millionen Euro kosten würde. Das kleine Amt Neustadt-Glewe will damit insgesamt ca. neun Millionen Euro.

Bis zum 31. März müssen alle Kommunen ihre Vorschläge beim Land eingereicht haben.

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