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Dividende: 77 Cent je Aktie gezahlt : Kommunen sehen Zukunft mit der Wemag

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erstellt am 13.Jan.2011 | 12:09 Uhr

Groß Molzahn | Bei den Kommunen in der Region wächst das Interesse am Aktienpaket des Energieversorgers Wemag. Gab es vor knapp einem Jahr noch Zweifel an der Mitgliedschaft im Anteilseignerverband, sehen Kommunen wie Groß Molzahn langfristig finanzielle Vorteile bei einer Verbandsmitgliedschaft. Grund: Das Wirtschaftsjahr 2010 verlief aus Sicht des Anteilseignerverbandes erfolgreich. Die Wemag zahlt 77 Cent Dividende je Aktie.

So viel Zuversicht gab es Ende 2009 nicht. Damals stand die Entscheidungsfindung unter erheblichen Zeitdruck. Angst vor wirtschaftlichen Risiken machte sich breit: Wemag-Aktien vom Energieversorger Vattenfall im Geflecht eines Zweckverbandes erwerben oder nicht?
„Beim Begriff Zweckverband waren wir aufgrund regionaler Erfahrungen reserviert“, sagt Karl-Heinold Buchholz, Bürgermeister von Groß Molzahn. Ein Jahr nach der Kommunalisierung der Wemag sieht die regionale Welt anders aus: Wortmeldungen zu Risiken oder gar Verlust- und Zuschussgeschäft sind nicht zu hören. Im Gegenteil: Für die 8,3 Millionen von Vattenfall gekauften Aktien, fließen 6,4 Millionen Euro Dividende an den Anteilseignerverband und der beginnt mit der Tilgung des 117 Millionen Euro Kredites für den Aktienkauf.
Ein erträgliches Geschäft, meint Klaus-Michael Glaser. Der Geschäftsführer des Verbandes rechnet mit einer Kreditlaufzeit von 20 bis 30 Jahren. Glaser: „In Zukunft profitieren die Kommunen von ihren Aktienpaketen.“


Ein stärkeres Mitspracherecht auf dem Energiemarkt und ansehnliche Einnahmen - dies erhoffen sich all jene Kommunen, die dem Anteilseignerverband der Wemag angehören. Im Bereich des Amtes Rehna diskutieren die Gemeinden in den kommenden Wochen erneut über die Mitgliedschaft im Anteilseignerverband - eine Art Zweckverband aller Kommunen. Ende 2009 lehnten acht von 14 Gemeinden diesen Schritt und damit vom Energieversorger Vattenfall verkaufte Aktien ab. Dass Paket umfasste insgesamt 8,3 Millionen Wemag-Aktien.

Mehr als zwölf Monate sind vergangen. Das Blatt hat sich gewendet: "In Form einer Mitgliedschaft erhalten wir eine Option auf die Hoffnung langfristig profitieren zu können", sagt Groß Molzahns Bürgermeister Karl Heinold Buchholz. Einen Standpunkt wollen sich auch die Gemeinden der Ämter Gadebusch und Lützow erarbeiten.

Mit einem Sinneswandel habe dies nichts zu tun. Damals sei man skeptisch gewesen: "Wir hatten so unsere Erfahrungen mit Zweckverbänden", sagt der Groß Molzahner. Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung bei der Wemag sorge zudem für Vertrauen. So zahlte der regionale Stromversorger in 2010 je Aktie 77 Cent Dividende. Ein Jahr zuvor lag diese bei 26 Cent. Folglich dürfte die Stadt Rehna mit 14 844 Aktien zirka 11 429 Euro und die Gemeinde Holdorf mit 3374 Aktien 2597 Euro erhalten haben. Wichtig: Für die von Vattenfall erworbenen 8,3 Millionen Aktien fließen rund 6,4 Millionen Euro an den Anteilseignerverband. Dieser setzt das Geld zur Tilgung des 117 Millionen Euro-Kredites vom Aktienkauf ein. Mit dem Aktienerwerb halten die Kommunen 75 Prozent der Anteile am Unternehmen. Die verbleibenden fünf Prozent liegen bei der Thüga, ein Netzwerk kommunaler Energieversorger in Deutschland, an den die Wemag eine Beteiligung hält.

Eine gesunde Entwicklung, die langfristiges Denken erfordere, meint auch Klaus Michael Glaser. Der Geschäftsführer des Kommunalen Anteilseignerverbandes der Wemag sieht keinerlei Risiko in einer Mitgliedschaft. Er berücksichtigt dabei nicht allein die wirtschaftliche Entwicklung, denn die Finanzierung des Aktienpaketes werde weiter durch die Einnahmen aus dem zusätzlichen Aktienpaket sichergestellt. "Es gibt ausreichend Fallschirme. Kommunale Haushalte werden nicht belastet", sagt Glaser.

Seiner Einschätzungen nach, wird die Tilgung der Kredite 20 bis 30 Jahre in Anspruch nehmen. "Die Höhe der Dividende lässt uns aber ausreichend Spielraum, Sondertilgungen anzustreben", meint Glaser.

In jedem Fall zukunftsweisend ist aus Glasers Sicht die Chance der Kommunen, im Anteilseignerverband stärkeren Einfluss beim Einkauf auf die Stromproduzenten und Lieferanten zu nehmen. "Bislang gab es nur eine Möglichkeit: Vattenfall", so Glaser. An den ehemaligen Mutterkonzern in Schweden flossen einst 80 Prozent der Dividende.


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