Kommunen korrigieren Personalkosten nach oben

An einem befristeten Warnstreik hatten Anfang Februar auch Mitarbeiter der Kreisverwaltung teilgenommen. M. Schmidt
An einem befristeten Warnstreik hatten Anfang Februar auch Mitarbeiter der Kreisverwaltung teilgenommen. M. Schmidt

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01. März 2010, 08:00 Uhr

Gadebusch/Rehna | Nach der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst hat in den Kommunen das große Rechnen begonnen. Denn nicht nur die Angestellten von Bundesbehörden, sondern auch die von Kreisverwaltungen und Ämtern werden stufenweise bis 2011 mehr Gehalt erhalten. Die Stadtverwaltung Gadebusch wird allein in diesem Jahr zusätzlich 25 000 Euro mehr an Personalkosten aufbringen müssen. Dadurch bekommen nicht nur die Angestellten der Verwaltung, sondern auch Mitarbeiter des Bauhofs, Reinigungskräfte sowie Schulsekretärinnen etwas mehr Geld für ihre Arbeit.

Auch das Amt Rehna wird die Personalausgaben nach oben korrigieren müssen. "Die 1,2-prozentige Erhöhung macht bei uns insgesamt etwa 15 000 Euro aus", sagte gestern Hauptamtsleiter Bernd Karnatz.

Neben dieser Erhöhung von 1,2 Prozent, gibt es ab Januar nächsten Jahres weitere 0,6 Prozent. Ein dritte Erhöhung um zusätzliche 0,5 Prozent ist zum August 2011 vorgesehen. Als "soziale Komponente" ist im Januar 2011 eine Sonderzahlung von 240 Euro geplant.

Von der Tarifeinigung werden auch Auszubildende im öffentlichen Dienst profitieren. Sie bekommen eine befristete Übernahmegarantie von mindestens zwölf Monaten. "Voraussetzung dafür ist aber eine eine Abschlussnote von mindestens ,befriedigend", betont Gadebuschs Hauptamtsleiter Matthias Jankowski. Nach seinem Dafürhalten ist es sinnvoll, wenn Auszubildende erste Berufserfahrungen sammeln. "Sie haben auf dem Arbeitsmarkt dann bessere Chancen, um beispielsweise in einer anderen Behörde anfangen zu können", sagt Jankowski.

Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst hatte Anfang Februar Westmecklenburg erreicht. So traten u. a. Beschäftigte der Kreisverwaltung Grevesmühlen in einen befristeten Warnstreik, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Nordwestmecklenburgs Landrätin Birgit Hesse sah damals wenig Spielraum für einen avisierten fünfprozentigen Gehaltszuschlag. Sie stellte die Forderung angesichts der Wirtschaftskrise und der schlechten Haushaltslage der Kommunen in Frage. Nach der jetzt erzielten Tarifeinigung muss der Landkreis 245 000 Euro mehr an Personalkosten als gegenüber dem Vorjahr aufbringen. "Die Schwierigkeit besteht darin, den zusätzlichen Bedarf auf kommunaler Ebene zu decken", so Hesse.

Der Landesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes MV, Dietmar Knecht, bezeichnete die Tarifeinigung als gelungenen Spagat zwischen der finanziell anspannten Lage der Beschäftigten und der öffentlichen Haushalte. Nun hoffen auch die 380 000 Beamten des Bundes auf die zeitnahe Übertragung des Tarifergebnisses.

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