Weidendom auf Pfarrgelände der Kirchgemeinde errichtet : Komm, bau ein Haus...

Dieser von Schülern errichtete Weidendom wird am 1. Juli eingeweiht. privat
Dieser von Schülern errichtete Weidendom wird am 1. Juli eingeweiht. privat

"Komm, bau ein Haus, das uns beschützt" - ist ein einfacher Liedtext, der den Kindern der Klasse 7 von der Christlichen Gemeinschaftsschule Spornitz Anlass zu einem vielfältigen Programm bot.

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28. Mai 2011, 11:19 Uhr

Spornitz | "Komm, bau ein Haus, das uns beschützt" - ist ein einfacher Liedtext, der den Kindern der Klasse 7 von der Christlichen Gemeinschaftsschule Spornitz Anlass zu einem vielfältigen Programm bot. Da wurde Theater gespielt, eine Müllplastik entworfen, diskutiert, gemalt und gesungen und vor allem ein Weidendom auf dem Pfarrgelände der Kirchgemeinde Spornitz errichtet.

In dieser Projektwoche sollte ein lebendiges Haus entstehen, das auch dann noch weiter wächst, wenn die Schülerinnen und Schüler nach dem diesjährigen Sommer längst ihren Schulstandort in Spornitz verlassen haben und in neuen Klassenzimmern sitzen.

Lebendige Inhalte, lebendige Gestaltung

Lebendig war auch die inhaltliche Gestaltung dieser Tage. Mit der Leitung der Schule und der Klassenlehrerin Birgit Bodtke begann jeder Tag mit einer morgendlichen Andacht in der Kirche, in der die Kinder auf die jeweilige Tagesstation mit Geschichten, Liedern und Fürbitten eingestimmt wurden. Anschließend traf man sich zum gemeinsamen Frühstück in der alten Schule, in der einst Johannes Gillhoff wirkte und der sich mit dem Hauptwerk "Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer" in unserer Region einen Namen gemacht hatte. Das war ein gelungener Ausgangspunkt, sich gemeinsam mit den Kindern auch "auf große Fahrt" zu begeben. Welche biblische Geschichte läge hier näher als die Arche Noah?

Stationen wie "der Aufbruch", "auf großer Fahrt" sowie "Ankunft und Neubeginn" wurden thematisch während der Projektwoche durchlaufen. Dabei machten sich die Kinder Gedanken darüber, was sie für eine solche Reise mitnehmen, was sie in ihrem Leben aber auch als überflüssig ansehen würden. So ganz einig wurden sie sich nicht, denn die Mädchen hatten so einiges im Gepäck, was die Jungen ihrer Klassen für entbehrlich hielten.Umgekehrt verhielt es sich ebenso. Als Ergebnis entstand eine "Müllplastik", die für Mädchen und Jungen symbolträchtigen Unrat wie z. B. Waffen, umweltschädliche Verpackungen oder gesundheitsschädliche Nahrungsmittel enthielt.

"Auf großer Fahrt" ging es schließlich um die Kernpunkte des Zusammenhalts zwischen Menschen und dem, was Sinn im Leben stiften kann. Interessant war dabei, dass die Kinder der 7. Klasse Familie und Freundschaften besonderes Gewicht beimaßen.

Zusammenhalt in der Gruppe gestärkt

Die Station, "Ankunft und Neubeginn" wurde einfühlsam von Pastor Martin Schabow der Spornitzer Kirchgemeinde mit einer Taizeandacht abgeschlossen. Mit Bildgeschichten, adaptiert aus der Lego- Spielwelt, zeichnete er die Noah Geschichte nach und gab den Kindern Gelegenheit, ihre Veränderungsprozesse in der Gruppe oder für sich selbst zu reflektieren. Bei der Auswertung wurde deutlich, dass der Zusammenhalt in der Gruppe stärker geworden ist, ein Mädchen freute sich Beispiel gebend über ihren Mut, während der Theaterproben, ihre Rolle nun frei darstellen zu können. Vertrauen war in dieser intensiven Gruppenarbeit gewachsen.

Die Vorbereitungen zu einem gemeinsamen Theaterstück anlässlich des abschließenden Schulfestes der Schule in Spornitz Ende Juni bildeten schließlich den dritten Schauplatz mit den Siebtklässlern. In dem Stück, "An der Arche um Acht", das seinerzeit vom Parchimer Landestheater aufgeführt wurde, fanden die Kinder eindrückliche Berufsbilder für die drei Pinguine und die Taube, die als Hauptdarsteller mitwirkten. Als Pastor oder Lehrer kam der erste Pinguin daher, als Streetworker oder Sozialarbeiter wurde der zweite Pinguin stilisiert. Über den dritten waren sich die Kinder während der Zeit nicht ganz im Klaren: zunächst schien er mit einem Agenten und Drogenhändler vergleichbar. Er hatte am Ende der Geschichte aber - von den anderen beiden Pinguinen im Koffer versteckt- eine Veränderung durchlaufen und zu Gott gefunden. Vielleicht ein Krimineller, der seine Tat eingesteht und zur Vernunft kommt? Ein adäquates Berufsbild fand man jedenfalls nicht. Schließlich gehörte zum Team auch noch die gestresste Taube, die bei allem Management ihren eigenen Partner vergaß und am Ende mit dem dritten Pinguin einen Komplott schließt, sich unter einem Schleier verborgen vor Noah als zweite Taube auszugeben.

Schule verabschiedet sich von Spornitz

Wir können gespannt sein, wie die Theaterproben unter Leitung von Frauke Ditschuneit und in Kooperation mit dem Mecklenburgischen Landestheater weiter verlaufen. Ein Ergebnis aber steht schon jetzt: der Weidendom. Hier waren Dirk Zaske als Architekt und die professionellen Weidenflechterinnen, Charlotte und Anja, gemeinsam mit den Kindern am Werk. Nun braucht es nur noch verantwortungsvolle Paten in der Kirchgemeinde Spornitz, die das errichtete "Haus" mit Gießkannen und Gemeindearbeit weiter wachsen lassen.

Herzlichen Dank sagt die Schulleitung allen Beteiligten, vor allem aber dem Träger der Projektförderung, dem Kirchenkreis Parchim und Landessuperintendenten Dirk Sauermann, die das Ganze mit finanziellen Mitteln gestützt und darum auch möglich gemacht haben. Die Einweihung des Weidendoms findet am 1. Juli zugleich mit der Zeugnisausgabe an die Absolventen und der Verabschiedung der Schule von Spornitz statt. Seien auch Sie herzlich dazu eingeladen!

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