Körner-Haus wird saniert

Das Theodor-Körner-Haus: Architekt Matthias Wieck (l.) und  Eigentümer Markus Zillmann beraten die nächsten Bauschritte.hanno taufenbach
Das Theodor-Körner-Haus: Architekt Matthias Wieck (l.) und Eigentümer Markus Zillmann beraten die nächsten Bauschritte.hanno taufenbach

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19. Februar 2010, 10:09 Uhr

Wittenberge | Es ist ein geschichtsträchtiges Haus. Theodor Körner soll es als das "stattlichste Wohnhaus" der Stadt bezeichnet haben, als er im Mai 1813 für zwei Nächte beim Ackerbürger Weinholz in Wittenberge Logis bezog. Gemeint ist die Burgstraße 7. Ein Fachwerkbau, der auf einen gut bürgerlichen Bauherrn schließen lässt, wie Wittenberges Bauamtsleiter Hubert Mackel erklärt. Denn das Fachwerk aus Eichenholz oder die für die Zeit ungewöhnlichen Geschosshöhen lassen auf einen betuchten Investor schließen.

Nur Dank der soliden Bauweise habe das rund 200 Jahre alte Haus sich so lange gehalten, betont dessen neuer Besitzer Markus Zillmann, der das Gebäude 2008 erwarb. Und sein Architekt Matthias Wieck zollt der Arbeit der Zimmerleute um 1800 großen Respekt. Dennoch muss Zillmann viel Geld in die Hand nehmen, um das Körner-Haus wieder in alter Schönheit erstrahlen zu lassen. So hatte es im Laufe der Jahrhunderte Verrutschungen gegeben um fast 40 Zentimeter, das Haus habe relativ schief gestanden, musste regelrecht hochgedrückt, eine neues Fundament gesetzt werden, beschreibt Mackel. Und der Bauamtsleiter betont, "wir freuen uns, dass das Haus saniert wird, denn es ist aus städtebaulicher Sicht ein ganz wichtiges Gebäude". Es sei immer im Sanierungsplan enthalten gewesen, stehe seit 2001 in der Denkmalliste. Und so wird die Rekonstruktion auch über das Stadtumbau-Programm gefördert.

Zillmann will in dem Haus drei Wohnungen, darunter eine so genannte Maisonette-Wohnung, also eine über zwei Etagen, schaffen. Noch ist das Haus aber wie ein hohler Vogel. Im Innenbereich schaut man vom Fußboden bis zum Dach. Derzeit wird alter Schutt im Fußbodenbereich abgetragen. Doch Zillmann hat gerettet, was aus dem alten Haus zu retten war, so die barocke Treppe oder die alten Zimmertüren mit Rahmen und Beschlägen, auch ein Großteil der Dielen oder der Flurfliesen.

Er, der aus Neustadt-Glewe stammt und in Wittenberge arbeitet, habe seit längerem hier ein Grundstück gesucht und mit dem Körner-Haus das richtige gefunden. "Es passt ja auch, Körner stammt aus Wöbbelin, also ganz in der Nähe von meinem Heimatort."

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