Sturmschäden in MV : Kloddram hat Angst vor seinen Linden

Mitarbeiter des Bauhofes an einem der umgestürzten Riesen.
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Mitarbeiter des Bauhofes an einem der umgestürzten Riesen.

Nach jüngsten Gewitterschäden fordern Einwohner die Kappung aller Baumriesen

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01. Juni 2016, 08:00 Uhr

Es geschah am Montag gegen 15 Uhr. Das Unwetter kam plötzlich, die heftigen Winde auch, und schon krachte es. Drei Linden fällte der Sturm, in einem Fall krachte ein gewaltiger Baum in der Dorfstraße auf einen Carport und einen Schuppen. Die Anwohner hatten Glück. Und jetzt haben sehr viele in dem 180-Seelen-Ort Angst vor dem nächsten Sturm. Denn Kloddram ist ein Dorf, das faktisch in einem Wald von Riesenlinden steht. „Letztes Jahr fielen hier sechs Bäume, jetzt sind es schon wieder drei. Wir als Gemeinde konnten uns vor Anrufen gar nicht retten. Und nicht wenige haben Angst, dass beim nächsten Mal die Bäume in die Häuser krachen“, erklärte Vellahns Bürgermeister Ulrich Stein. Anwohnerin Annette Pohl hat als Kind schon erlebt, wie es ist, wenn ein Baum ins Haus fällt. „Hier muss etwas passieren, damit nicht einmal ein Mensch darunter liegt.“ Ralf Schilling, dem ein Baum am Montag teilweise auf sein Grundstück gestürzt ist: „Ich kam von der Arbeit aus Glinde, zehn Kilometer vor unserem Dorf ging es los. Und dann lag ein Baum schon bei uns auf dem Grundstück.“ Seiner Nachbarin Karina Jättkowski sind Teile einer Linde in den Carport gekracht. „Das war knapp, hier spielen sonst auch Kinder. Es muss etwas passieren.“

Die sicherste Lösung, da sind sich gestern auf der spontanen Straßenversammlung alle einig, ist die radikalste: Kürzung aller Linden im Dorf auf drei Meter Höhe. Das wird auch von Gemeindevertreterin Angelika Lichtenauer unterstützt. „Mich haben auch viele Einwohner angerufen weil sie Angst haben. Die Stimmung ist so, dass wir wohl einer Unterschriftensammlung machen werden.“

Zwar darf die Gemeinde schon jetzt auch große Bäume fällen lassen aber nur wenn Gefahr im Verzug ist. Genehmigende Behörde ist der Landkreis. Jochen Krippenstapel, der zuständige Fachdienstleiter, ist da sehr pragmatisch: „Zur Verkehrssicherung werden die Bäume jährlich untersucht. Das ist meines Wissens auch in Kloddram geschehen. Wenn es da neue Gefahren gibt, müssen wir auf Antrag der Gemeinde neu tätig werden. Und bei Gefahr werden auch Bäume abgenommen oder Totholz entfernt.“

Doch das ist vielen Anwohnern von Kloddram zu wenig, sie wollen eine generelle Lösung. Die jetzt umgekippten Bäume waren nach Auskunft der Gemeinde erst vor Monaten untersucht worden.

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