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Kliniken können mit finanzieller Unterstützung rechnen

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Berlin/Schwerin | An dem EHEC-Gipfel der Verbraucher- und Gesundheitsminister in Berlin haben gestern auch Landesgesundheitsministerin Manuela Schwesig und Landesverbraucherminister Till Backhaus (beide SPD) teilgenommen. Mit Manuela Schwesig sprach Angela Hoffmann.

Frau Schwesig, hat die Bundesregierung beim Krisenmanagement versagt?

Schwesig: Nein, es ist jetzt nicht die Zeit für Streitereien über Zuständigkeiten oder Streitereien zwischen Parteien. Die Bürger erwarten, dass alle Beteiligten im Gesundheits- und Verbraucherbereich an einem Strang ziehen und die Menschen unterstützen, die dafür Sorge tragen, dass die Erkrankten wieder gesund werden. Vor allem müssen auch diejenigen unterstützt werden, die fieberhaft nach der Ursache der EHEC-Erkrankungen suchen. Deshalb war es gut, dass es jetzt noch einmal einen Erfahrungsaustausch zwischen Bund und Ländern gab. EU-Kommissar John Dalli hat dabei bestätigt, dass Deutschland sich bemüht, die Situation in den Griff zu bekommen. Positiv wurde bewertet, dass die medizinische Versorgung und die Solidarität zwischen den Kliniken gut funktioniert. So helfen aus Mecklenburg-Vorpommern derzeit zwei Krankenschwestern in Hamburg aus, wo es Engpässe gibt. In unserem Land gibt es zum Glück bislang keine Engpässe.

Wäre eine mehrfach geforderte zentrale Seuchenbekämpfung sinnvoll?

Ich sehe derzeit keinen Sinn darin, eine Strukturdebatte anzuzetteln. Wichtig ist, dass wir in der Ursachenforschung alle Kraftantrengungen unternehmen und nicht nachlassen, weil gesagt wird, dass die Ursache möglicherweise auch gar nicht gefunden werden kann. Die Indizienkette in Niedersachsen hat sich verdichtet. Noch gibt es aber keinen sicheren Beleg.

Kurzfristig sind also weder auf Bundes- noch auf Länderebene Konsequenzen oder Änderungen beschlossen worden?

Nein, auf der Konferenz stand der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. In Mecklenburg-Vorpommern sehe ich auch keine Notwendigkeit, etwas zu verändern, weil die Zusammenarbeit zwischen den Behörden sehr gut funktioniert. Durch die Vogel- und Schweinegrippe sind sie krisenerprobt.

Können die Kliniken im Land mit finanzieller Unterstützung rechnen?

Die Gesundheitsminister haben sich darauf verständigt, dass die Versorgung der EHEC-Patienten nicht dazu führen darf, dass die Kliniken auf ihren Kosten sitzen bleiben.

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erstellt am 08.Jun.2011 | 07:47 Uhr

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