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Lokales

12. Dezember 2017 | 22:50 Uhr

Klingende Münze für Kirchsanierung

vom

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erstellt am 15.Aug.2010 | 03:59 Uhr

Lübzow | Zisterzienser-Gesänge erfüllen am Samstag die Kirche von Lübzow. "So muss es einst geklungen haben, als dieses Gotteshaus gebaut wurde", mutmaßt Dr. Jörg Bauer. Er wohnt in Lübzow. Kirche und Musik - für ihn gehören sie zusammen. Doch das Dorfbild prägende Gemäuer ist vom Zahn der Zeit arg gezeichnet. Immerhin geht die Ersterwähnung des Dorf auf das Jahr 1312 zurück und "da war auch von einer Kirche die Rede", fügt Dr. Bauer an. Gerade mal etwas über zehn Meter lang, war sie wohl die Kleinste in der Prignitz. Mit den Jahren wuchs das Dorf und mit ihm auch die gotische Saalkirche, zumindest in der Länge. "Die Breite beließ man", weiß der Lübzower, der sich eingehend mit der Geschichte des Gotteshauses beschäftigte.

Es war vor allem die Orgel, die das Interesse von Jörg Bauer erregte. Sie stammt aus der Orgelbauanstalt Wittenberge und trägt die Jahreszahl 1911. Doch seit langem ist sie nicht mehr bespielbar, viele Pfeifen fehlen, eigentlich ist sie mehr tot als lebendig würde man sagen. Sie wieder zum Klingen zu bringen, das schwebte Dr. Bauer vor und seine Idee teilte er nicht nur dem Kirchenältesten Armin Wolf mit. Das war so um die Weihnachtszeit vergangenen Jahres. Inzwischen hat sich ein Förderkreis gebildet, der sich die Sanierung des Gotteshaus auf die Fahnen geschrieben hat. Allerdings werde man nicht mit der Orgel beginnen, räumt Dr. Bauer ein. Denn zuvor muss das Dach in Ordnung gebracht werden. Ein Unterfangen, das nicht aus der Portokasse zu bezahlen ist. So entstand die Idee, zu dem Konzert am Sonnabend. Der Erlös soll das erste Eigenkapital für die Dachsanierung sein. Denn auch der Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge hat Unterstützung avisiert. "Wendet sich eine Kirchgemeinde an uns, dann gehen wir natürlich in die Spur", betont Dr. Andreas Draeger, Vorsitzender des Bauausschusses des Kirchenkreises. Man versuche das Projekt einzutakten und es nicht auf die lange Bank zu schieben. Allerdings von heut auf morgen sei es nicht zu bewerkstelligen. "Um es noch in die Jahresliste aufzunehmen, sehe ich keine Möglichkeit", so Dr. Draeger. Spätestens 2012 aber gebe es reelle Chancen. Für die Kirchgemeinde damit ausreichend Zeit, um notwendige Eigenmittel einzuwerben.

Außer Frage steht auch für den Baufachmann des Kirchenkreises, dass die Dachsanierung vor der Innenausstattung rangiert. Hinsichtlich der Orgel sei zu überlegen, ob man überhaupt eine Restaurierung der alten ins Auge fasst. An die 50 000 Euro würde das kosten, so erste Schätzungen. "Es gibt kleinere Orgeln, die nicht mal halb so teuer sind."

Auf jeden Fall eine Überlegung wert, zumal der Lübzower Förderkreis auch noch die fehlende zweite Glocke ersetzen und möglichst ein elektrisch betriebenes Geläut installieren möchte. Doch zuvor müssen die Schäden, die die Feuchtigkeit an der Decke hinterlassen hat, beseitigt und auch noch der Sockelbereich trocken gelegt und verputzt werden.

Große Vorhaben für ein kleines Dorf und seinen Förderkreis Dorfkirche Lübzow. "Doch die Schönheit dieses Einzeldenkmals zu erhalten und es zu öffnen für Kunst und Kultur passend zu diesem Haus Gottes, das ist die Anstrengung wert", betont Dr. Bauer, der dabei auch auf die Unterstützung möglichst vielen hofft. Mit Musik des Mittelalters ist ein erster Schritt getan, etliche weitere sollen folgen. "Ich könnte mir verstellen, die Geschichte unserer Kirche Epoche für Epoche musikalisch ins Heute zu holen", so der Lübzower.

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