Kleinstadt-Streit wird ein Fall für die Bundesregierung

Verärgert: Unternehmer Ulf Bartel. Michael Schmidt
Verärgert: Unternehmer Ulf Bartel. Michael Schmidt

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23. April 2010, 07:30 Uhr

Gadebusch | Post aus Mecklenburg hat Dr. Peter Ramsauer - Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung - erhalten. Dabei handelt es sich um eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen zwei hochrangige Mitarbeiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege sowie des Bildungsministeriums MV. Der Gadebuscher Unternehmer Ulf Bartel wirft ihnen darin Behördenwillkür und persönliche Profilierungssucht vor. Dadurch habe sich der Baustart für ein Investitionsprojekt bislang um neun Monate verzögert. Er beklagt einen Schaden von mehreren tausend Euro.

Bartel stützt sich bei seiner Dienstaufsichtsbeschwerde auf ein Gutachten über denkmalschutzrelevante Holzteile sowie auf Einschätzungen von Architekten, Bauamtsmitarbeitern und eines Statikers. Sie attestieren Bartel die unzumutbare, denkmalgerechte Sanierung eines dem Verfall preisgegebenen Fachwerkhauses. Kosten: knapp 600 000 Euro.

Bartel hatte vor vier Jahren das Gebäude ersteigert. "Es steht seit 1989 leer und verschandelt die Innenstadt", sagt der Unternehmer. Er möchte es abreißen und ein Gebäude mit fünf barrierefreien Wohnungen errichten. Kostenpunkt für Abriss und Neubau: 250 000 Euro. "Dabei soll sich das Gebäude in das Stadtbild einfügen. Wir reden über ein Altstadt-Sanierungsgebiet", sagt Bartel. In seinem Besitz sind fünf denkmalgeschützte Gebäude, vier sind saniert. "Ich bin also niemand, der Denkmale beseitigen will. Aber alles hat Grenzen", meint Bartel.

Das Landesamt für Denkmalpflege weist Bartels Blockadekritik zurück. "Wir haben im Rahmen geltender Gesetze ordnungsgemäß agiert. Dafür kann ich meine Hand ins Feuer legen. Wir bieten Herrn Bartel nach wie vor Gesprächsbereitschaft an", sagt Dr. Michael Bednorz, Leiter des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege.

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