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Lokales

24. Oktober 2017 | 11:43 Uhr

Kleingärtner suchen nach Abwasserlösungen

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2011 | 08:29 Uhr

Wittenburg | Das Thema Abwasserentsorgung sorgt derzeit für viel Diskussionsstoff unter den Kleingärtnern im Land. Auch im Kreisverband Südwest-Mecklenburg haben die Gartenfreunde Sorge, ihre geliebten Flächen zukünftig noch bewirtschaften zu können. Bis Ende 2013, so der Erlass aus dem Schweriner Landwirtschaftsministerium, soll das Abwasser in den Kleingartenanlagen gesetzeskonform entsorgt werden. Doch die zu erwartenden Investitionen wollen etliche der vorrangig älteren Hobbygärtner nicht tragen und manche bezweifeln, dass die anfallenden Liter eine teure Entsorgung nicht rechtfertigen. Viele Fragen und relativ wenige oder unzureichende Antworten.

Um das zu ändern hat die Landtagsabgeordnete Dr. Margret Seemann und der Kreisvorstand der Gartenfreunde Südwestmecklenburg mit ihrem Vorsitzenden Herbert Werner zu einer Diskussionsrunde in das Landgasthaus der Wittenburger Mühle eingeladen. Zu Gast der Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Er wies auf das seit 1992 geltende Landeswassergesetz hin und dass "für Kleingärtner kein rechtsfreier Raum" existiere. Die Gesetze gelten für alle, egal ob Kleingärtnervereine, Datschenbesitzer oder Seglerheime. "Aber", so betonte er mehrfach, "es muss gemeinsam mit den Behörden und den Kleingärtnervereinen sowie den Unteren Wasserbehörden nach Lösungen gesucht werden, die sozialverträglich und kostengünstig sind."

Dr. Margret Seemann bat angesichts der hitzigen Debatten im Land um eine sachliche Diskussion und sie forderte Lösungen, damit ein Aufgeben der Parzellenbewirtschaftung aus finanziellen Gründen nicht die Folge wäre. Das wollen auch die Wenigsten, doch viel Geld kann und will mancher der vornehmlich älteren Vereinsmitglieder nicht ausgeben. Egon Schubert vom Verein "Heideland" in Hoort, beklagte die "Unmengen Jauche, die auf die Äcker ausgebracht werden" und dass die Mengen, die die Kleingärtner bewirtschaften, dagegen äußerst gering seien. Vom Wittenburger Verein "Sonnenschein" wurde als Alternative vorgeschlagen, Wasser von den Feststoffen zu trennen und dadurch eine entsprechende Kompostierung zu ermöglichen. Der stellvertretende Kreisvorsitzende, Dieter Böttcher, forderte seine Mitglieder auf, das Abwasserproblem in den Vereinen selbst zu lösen. Allerdings forderte er auch die Politik auf, klare Richtlinien zu schaffen.

Der Minister versprach nach über zwei Stunden, etliche der aufgezeigten Hinweise zu diesem Thema in seinem Ministerium aufzuarbeiten. "Lösungen müssen und werden wir gemeinsam finden. Auf der außerordentlichen Delegiertenversammlung des Landesverbandes am 18. Juni in Schwerin wollen wir konkrete Dinge vorstellen", versprach er. Lösungen wie preiswerte Komposttoiletten oder gar die Umwandlung von leerstehenden Gärten in eine biologische Kleinkläranlage mit einem Pflanzenklärbeet sind durchaus denkbar.

Die Kleingärtner im Kreisverband Südwest-Mecklenburg werden mit vier Gartenfreunden an dieser außerordentlichen Delegiertenversammlung teilnehmen. Mal sehen, mit welchen Ergebnissen sie aus der Landeshauptstadt kommen.

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