Kleingärtner beugen gegen Einbrecher vor

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01. November 2010, 09:20 Uhr

Parchim/Sternberg | Einbrüche in fünf Bungalows einer Schweriner Kleingartenanlage innerhalb einer Woche sorgten schon im Herbst für Unruhe. Für die Kleingärtner beginnt jetzt die Winterpause und Langfinger sehen ihre Zeit gekommen. Die Vereine im Landkreis Parchim, darunter allein 27 mit rund 1000 Parzellen in der Kreisstadt, hatten bislang noch Ruhe. 13 Einbrüche gab es über das Jahr verteilt. 2009 waren es insgesamt 63 und 76 im Jahr zuvor. An 2007, als 250 Mal Lauben aufgebrochen wurden, mag heute keiner mehr denken.

Auch in Sternberg und Brüel hat nach Aussage meherer Polizeibeamten die Anzahl der Einbrüche in Gartenlauben deutlich abgenommen. Auch seien die Laubenpieper vorsichtiger geworden und lassen nichts Wertvolles mehr über den Winter in den Lauben. Meist sei heute der Sachschaden, der bei Einbrüchen angerichtet wird, größer als der Verlust diverser Gegenstände.

"Toi, toi, toi! Wir sind schon eine Weile verschont geblieben", sagt Manfred Egerland, Vorsitzender des Kleingartenvereins "Vie tingseck", in einer Mischung aus Erleichterung und Hoffnung. "Im letzten Winter hatten wir nur ganz

wenige Einbrüche. Zum Glück ist es längst nicht mehr so schlimm wie in früheren Jahren." Egerland selbst hatte in seiner Laube mehrmals ungebetene Besucher. Einmal hätten sie die ganze Tür zerlegt, ein anderes Mal war der Schaden gering. Da fehlte nur eine

Akku-Campingleuchte, die er bei einer Tombola gewonnen hatte. "Nach dem Vorgehen der Täter vermuten wir, dass es häufig die gleichen sind", sagt der Vereinschef. "Deshalb schärfen wir unseren Mitgliedern ein, zum Winter nicht nur wertintensive Dinge mit nach Hause zu nehmen, sondern auch alle Lebens- und Genussmittel. Denn wer einmal was gefunden hat, kommt wieder. Der beste Schutz ist, Einbrechern keine oder nur geringe Beute zu überlassen." Informationsmaterial samt Verhaltensregeln vom Präventionsbeamten der Polizei wurde im Schaukasten des Vereins ausgehängt. Auch auf Mitgliederversammlungen thematisiere der Vorstand den Schutz vor Langfingern.

Die Annahme der Kleingärtner, dass es oftmals die gleichen Täter sind, bestätigt Ulf Theodor Claassen, Leiter der Parchimer Polizeiinspektion. "Denn haben wir einen Einbrecher dingfest gemacht, kehrt auf einmal Ruhe ein." Die Einbrüche würden sich auf relativ wenige Täter verteilen. Die

Polizei hat unter ihnen zwei Gruppen ausgemacht. Die

Einen seien "arme Schlucker", kämen gerade aus dem Strafvollzug und wüssten nicht

wohin oder seien obdachlos. Dann gehe es durch Garten anlagen, um Unterschlupf und Essbares zu finden. Hier sei in der Regel der Schaden durch gewalt sames Öffnen von Türen oder Fenstern am größten. Die zweite Gruppe gehe auf Diebesgut aus, das sich zu Geld machen lasse. Deshalb weise die Polizei jedes Jahr darauf hin, keine Fernseher, Sat-Anlagen, Radios oder Gartengeräte in den Lauben zu lassen und regelmäßig nach dem Rechten zu schauen.

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