Kleingärtner beugen gegen Einbrecher vor

Ulf Theodor Claassen, Leiter Polizeiinspektion Parchim
Ulf Theodor Claassen, Leiter Polizeiinspektion Parchim

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31. Oktober 2010, 08:43 Uhr

Parchim/lübz | Einbrüche in fünf Bungalows einer Schweriner Kleingartenanlage innerhalb einer Woche sorgen schon jetzt für Unruhe. Die Kleingärtner gehen jetzt in die Winterpause, Langfinger sehen damit wieder ihre Zeit gekommen. Die Vereine im Landkreis Parchim, darunter allein 27 mit rund 1000 Parzellen in der Kreisstadt, hatten bislang noch Ruhe. 13 Einbrüche gab es über das Jahr verteilt. 2009 waren es insgesamt 63 und 76 im Jahr zuvor. An 2007, als 250 Mal Gartenlauben aufgebrochen wurden, mag heute am liebsten niemand mehr denken.

"Toi, toi, toi! Wir sind schon eine Weile verschont geblieben", sagt Manfred Egerland, Vorsitzender des Kleingartenvereins "Vie tingseck", in einer Mischung aus Erleichterung und Hoffnung. "Im letzten Winter hatten wir nur ganz wenige Einbrüche. Zum Glück ist es längst nicht mehr so schlimm wie in früheren Jahren. Da gab es eine Reihe skurriler Fälle, aber mir standen auch die Tränen in den Augen, als unser Vereinsheim immer wieder heimgesucht wurde. Jetzt ist es richtig gesichert und seitdem Ruhe."

Egerland selbst hatte in seiner Laube mehrmals ungebetene Besucher. Einmal hätten sie die ganze Tür zerlegt, ein anderes Mal war der Schaden gering. Da fehlte nur eine Akku-Campingleuchte, die er bei einer Tombola gewonnen hatte. "Nach dem Vorgehen der Täter vermuten wir, dass es häufig die gleichen sind", sagt der Vereinschef. "Deshalb schärfen wir unseren Mitgliedern ein, zum Winter nicht nur Wert intensive Gerätschaft mit nach Hause zu nehmen, sondern auch alle Lebens- und Genussmittel. Denn wer einmal was gefunden hat, kommt wieder. Der beste Schutz ist, Einbrechern keine oder nur geringe Beute zu überlassen."

Informationsmaterial samt Verhaltensregeln vom Präventionsbeamten der Polizei wurde im Schaukasten des Vereins ausgehängt. Auch auf Mitgliederversammlungen thematisiere der Vorstand den Schutz vor Langfingern in den Wintermonaten, ergänzt Manfred Egerland. Das werde auch auf der nächsten Zusammenkunft am 4. Dezember geschehen.

Die Annahme der Kleingärtner, dass es oftmals die gleichen Täter sind, bestätigt Ulf Theodor Claassen, Leiter der Parchimer Polizeiinspektion. "Denn haben wir einen Einbrecher dingfest gemacht, kehrt auf einmal Ruhe ein." Die Einbrüche würden sich auf relativ wenige Täter verteilen. Die Polizei hat unter ihnen zwei Gruppen ausgemacht. Die Einen seien "arme Schlucker", kämen gerade aus dem Strafvollzug und wüssten nicht wohin oder seien obdachlos. Dann gehe es durch Garten anlagen, um Unterschlupf und Essbares zu finden. Hier sei in der Regel der Schaden durch gewalt sames Öffnen von Türen oder Fenstern am größten. Die zweite Tätergruppe gehe auf Diebesgut aus, das sich zu Geld machen lasse. Deshalb weise die Polizei jedes Jahr darauf hin, keine Fernseher, Sat-Anlagen, teuren Radios oder Gartengeräte in den Lauben zu lassen und regelmäßig nach dem Rechten zu schauen.

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