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Lokales

15. Dezember 2017 | 22:58 Uhr

Kleine Stars in der Manege

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erstellt am 29.Aug.2010 | 07:17 Uhr

Wöbbelin | Im Foyer der Grundschule Wöbbelin herrscht die pure Aufregung. Eine Stunde Zeit liegt zwischen den beiden Vorstellungen, auf die sich die 87 Grundschüler und 24 Kita-Kinder vier Tage lang so intensiv vorbereitet haben. Eine Stunde Zeit, bevor sich gleich die Turnhalle wieder mit Müttern, Vätern, Großeltern und Geschwistern füllt, die sich zwei Stunden lang ein Programm anschauen werden, in denen sich ihre Kinder in Dompteure, Zauberer, Feuerkünstler oder Akrobaten verwandeln werden. "Ich werde zaubern", verrät der achtjährige Kai Ole aus Groß Laasch, der sich fest vorgenommen hat, niemals zu erzählen, wie sein Trick funktioniert. "Ich mache mit bei der Tauben-Vorstellung", sagt Greta aus Groß Laasch. Und Angeli aus Neu Lüblow gehört zu den Akrobaten. Aufgeregt? "Nein", sagt das siebenjährige Mädchen, "ich kenne Auftritte vor Publikum schon vom Ballett her". Nicht aufgeregt, da hat Angeli vielen Mitschülern etwas voraus.

Es ist wie in einem großen Zirkus. Es gibt eine runde Manege, um die hunderte Bänke und Stühle aufgebaut sind. Es gibt einen glitzernden Vorhang, Strahler, die alles bunt beleuchten. Es gibt Musik, einen Zirkusdirektor, der alle Gäste und Artisten zur zweiten und letzten Vorstellung begrüßt, und es gibt zwei kleine Conférenciers, die das Publikum durch das Programm begleiten. Mitten im Rund steht eine kleine Kiste, aus der ein paar Kinder bunte Schleifen ziehen. "Komm, lass uns Zirkus spielen", sagen sie. Vorhang auf für die kleinen Stars in der Manege.

Die erste Nummer beginnt und schon gibt es etwas zu meckern. Die Ziegen Flocke, Seppel, Max, Jefrey und Moritz treten auf und werden von den Kindern an der kurzen Leine geführt. Einer der Ziegen-Dompteure ist Henning, dessen Mutter und Schwester von der ersten Publikumsreihe aus zuschauen. Mutter Petra zückt den Fotoapparat und ist auch sonst ganz verzückt, denn Henning und Co. haben die Ziegen fest im Griff. Dann kommen die Zauberer, die Clowns, es folgt ein Drahtseilakt und dann gibt es noch einmal Clownerie. Pause.

Junior-Chef Benjamin Hein und die Mitglieder der gleichnamigen Zirkusfamilie nutzen die Zeit, um den riesigen Fundus an selbst geschneiderten Kostümen zu sortieren, die Manege zu fegen und die Gerätschaften für die später folgende Tauben-Dressur aufzubauen. Zirkus-Projekte in Schulen - darauf haben sich die ausgebildeten Artisten seit einigen Jahren spezialisiert. "Wir haben in solch einer Projektwoche gut zwei Tage lang Zeit, intensiv mit den Kindern die Nummern einzustudieren. Das Wichtigste ist dabei, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen", sagt der 28-Jährige aus Wittenberg. Einen Tag vor dem Auftritt finden dann die Generalproben statt, bevor am Abschlusstag die großen Aufführungen vor Publikum das Projekt abschließen. Engagiert wurde die Künstler-Truppe von der Kita und der Grundschule Wöbbelin sowie vom Elternrat.

Es geht weiter. Die Tauben gurren, bevor die Clowns wieder Schabernack treiben und die Akrobaten Menschenpyramiden bauen. Dann folgt der Höhepunkt, die spannende Reise in den Orient. Keine Angst vor großen Tieren haben die, die die Tigerpython, die Boa und auch den eineinhalb Meter langen Alligator tragen. Riesenapplaus, der noch lauter wird, als alle kleinen Stars noch einmal die Manege betreten. Wie hats gefallen? "Zauberhaft", sagt eine Mutter. Kai Ole, der Zauberer, strahlt. Den Trick, wie er aus dem leeren Behälter ein ganz langes Tuch hervorholte, den will er aber selbst jetzt noch nicht verraten. Ganz der Profi, denn was wäre ein Trick, wenn alle wüssten, wie er funktioniert.

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