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Am 20. August Startschuss zum 24-Stunden-Rennen : "Klein-Dakar" im Schweriner Süden

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Die Rallye Dakar – das ist die absolute Krönung des "offroad"-Motorsports. Die Teilnahme an diesem Rennen ist der größte Traum nahezu aller Offroad-Sportler. Das gilt natürlich auch für den Schweriner Ingo Kaldarasch.

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erstellt am 27.Jul.2011 | 11:12 Uhr

Schwerin | Die Rallye Dakar – das ist die absolute Krönung der Motorsport-Disziplinen, die jenseits von Straßen und befestigten Rennstrecken, also „offroad“, stattfinden. Selbst wenn aufgrund der politischen Gefahrenlage in Afrika inzwischen Südamerika Gastgeber für diese gut zweiwöchige Veranstaltung ist, ist die Teilnahme an diesem Rennen nach wie vor der größte Traum nahezu aller Offroad-Sportler. Das gilt natürlich auch für den Schweriner Ingo Kaldarasch.

Der Name Kaldarasch ist in Sportlerkreisen bisher in erster Linie im Handball ein Begriff gewesen: Erwin Kaldarasch war jahrelang Trainer bei Post Schwerin, bevor es ihn in die weite Welt zog. Algerien, diverse Stationen in Asien – die Familie Kaldarasch kam weit rum. Aber der Knackpunkt im Leben von Sohn Ingo war des Vaters Engagement in Dubai. „Kaum Straßen, viel Sand – da habe ich einfach angefangen, mit dem Geländewagen in die Wüste zu fahren“, berichtet der heute 44-Jährige über seine motorsportlichen Anfänge.

Es entwickelte sich über viele Jahre eine Liebe zum Offroad-Sport, die auch von Ehefrau Silke geteilt wird. Und als 2007 eine Serie für deutsche Geländefahrer ins Leben gerufen wurde, war das Ehepaar Kaldarasch dabei. In bis zu fünf Rennen im Jahr wird hier ganz offiziell der deutsche Meister der „German Off-Road Masters“-Serie, kurz GORM, gekürt. Zunächst zahlte das Paar Lehrgeld, bis es zu einem Treffen mit dem Renn-erfahrenen Daniel Wiesel kam. Der betreibt eine Sportwagen-„Schmiede“ in Gotha und entwickelte sich zu einem der engsten Vertrauten von Ingo Kaldarasch. „Daniel gab mir die entscheidenden Tipps, dass ich mich stetig verbessern und schließlich sogar vorne mitfahren konnte. Und zudem ist er hauptverantwortlich dafür, dass meine Autos zu Rennboliden werden“, berichtet Ingo Kaldarasch.

Aber im Hinterkopf blieb doch der Traum von der Dakar – der ein Traum bleiben muss, weil Silke Kaldarasch als Dialyse-Patientin solche Rennen nicht in Angriff nehmen kann. Es kam die Idee von „Klein Dakar“: Auf einer ehemaligen Panzer-Übungsstrecke im Schweriner Süden, am Rand des Gewerbegebiets Göhrener Tannen, sollte zumindest eine Mini-Variante des Offroad-Königsrennens entstehen. Ein erster Versuch fand bereits im vergangenen Herbst statt, aber jetzt laufen die Arbeiten an einem etwa 17 Kilometer langen Rundkurs auf Hochtouren.

„Seit über einem halben Jahr bin ich mit gut 25 Helfern dabei, die Voraussetzungen zu schaffen. Dankenswerterweise haben sowohl Verkehrsminister Volker Schlotmann als auch Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow ihre Unterstützung zugesagt, und die Umwelt-Auflagen sollten für uns – wenn auch auf den letzten Drücker – zu bewältigen sein“, berichtet der Rennfahrer.

Hauptproblem sind mögliche Ruhezonen für Zauneidechsen sowie Erd- und Kreuzkröten, für die eine Lösung gefunden werden muss. Und die Zeit drängt: Schon ab dem 19. August, also morgen in drei Wochen, soll mit einem Qualifikationslauf das erste Großereignis auf dieser neuen Strecke gestartet werden. „Das härteste Offroad-Rennen Europas“ kündigen die Veranstalter ganz unbescheiden an, und das wird es auch wohl wirklich werden: 24 Stunden lang, vom Sonnabend, 20. August, 14 Uhr, bis Sonntag, 21. August, 14 Uhr, werden die Boliden der verschiedensten Klassen – „normale“ Geländewagen, kleine bis mittlere Lkw und Quads – ihre 17-Kilometer-Runden drehen. Vorgeschaltet ist am Sonnabendmittag der Showstart am Schweriner Pfaffenteich im Rahmenprogramm des Drachenbootfestes.

Nach dieser Veranstaltung soll aber nicht für lange Ruhe einkehren in die Göhrener Tannen. Katastrophenschutz-Organisationen und Polizei haben schon wegen Übungsmöglichkeiten für ihre geländetauglichen Fahrzeuge angefragt. Und sportlich sollen jährlich drei Mal die verschiedensten Geländesportler ihre Wettkampf-Runden drehen

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