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Modemuseum Schloss Meyenburg : Kleider machen Geschichte

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Meyenburg in der Prignitz ist jederzeit eine Reise wert: Im vor fünf Jahren eröffneten Modemuseum gibt es eine der weltweit größten Privatsammlungen historischer Kleidungsstücke und Accessoires.

Meyenburg | Nicht nur wegen des wundervollen Schlossparks, der ein märchenhaftes Schloss umgibt, ist Meyenburg im nördlichen Zipfel des Landkreises Prignitz jederzeit eine Reise wert: Im vor fünf Jahren eröffneten Modemuseum gibt es eine der weltweit größten Privatsammlungen historischer Kleidungsstücke und Accessoires. Die Sammlerin ist Josefine Edle von Krepl.

Die in Fürstenwalde geborene Josefine Edle von Krepl studierte Modedesign und Journalismus. Nach ihren Diplom abschlüssen war sie 13 Jahre lang Mitarbeiterin der Zeitschrift "Für Dich". 1980 eröffnete sie die erste private Modeboutique von Ost-Berlin, in der sie ihre eigenen Entwürfe unter dem Modelabel "Josefine" verkaufte. 1989 zog sie nach West-Berlin und übernahm den Antik modeladen Falbala, mit dem sie 1996 nach Ost-Berlin an den Kollwitzplatz zurückkehrte.

Was modetechnisch zwischen 1900 und 1980 Trend war, wird in der für Deutschland einzigartigen Sonderausstellung in Meyenburg gezeigt. Zu sehen sind rund 350 Kleider, ebenso viele Paar Schuhe, hunderte Accessoires, das Ganze garniert mit Einrichtungsgegenständen aus den jeweiligen Jahrzehnten. Die Exponate lassen den Zeitgeist der jeweiligen Epoche lebendig werden, bringen die Erinnerungen der Betrachter in Schwingungen: "Ja, das haben wir damals getragen. … Genau so sahen die Stoffe und die Muster aus …". Besonders zu empfehlen sind Führungen durch Josefine von Krepl selbst: Sie kann zu wirklich jedem Ausstellungsstück eine fesselnde Geschichte erzählen, berichtet auch von den Ursprüngen ihrer Sammelleidenschaft, erzählt Episoden aus ihrem Leben.

Ergänzt wird die Dauerausstellung durch regelmäßig wechselnde Kunstschauen, die jeweils mit kulturell umrahmten Vernissagen eröffnet werden.

Das Domizil des Modemuseums, das Schloss Meyenburg, war vom 14. Jahrhundert bis 1914 Eigentum der Familie von Rohr, die aufgrund ihres Reichtums zu den dominierenden Familien der Prignitz gehörte. Die Bausubstanz bezieht Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Meyenburg mit ein und stammt aus dem 15. Jahrhundert, der Rest geht auf Bauten des 16. Jahrhunderts zurück. Der Baukörper wurde insgesamt von 1865 bis 1866 vom Berliner Baumeister Friedrich Adler im Stil der norddeutschen Renaissance überformt. Erneute Umbauten gab es dann 1914. Sanierung und Instandsetzung in den Jahren von 1996 bis 2002 stellten den Zustand von 1866 wieder her.

Meyenburg liegt verkehrsgünstig an der A 24, hat dort eine eigene Abfahrt. Tipp für Radler: Das Städtchen befindet sich am Elbe-Müritz-Rundweg. Für Übernachtungen bietet sich das Hotel "Germania" an.

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erstellt am 03.Jun.2011 | 07:27 Uhr

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