Klappern gehört zum Handwerk

Früh übt sich: Matthias Stephan, Lehrling beim Stolte Bau Wittenburg (r.), zeigt Henning Janke, Schüler der 8. Klasse, wie ein Rundbogen gemauert wird. Herbert Kewitz
Früh übt sich: Matthias Stephan, Lehrling beim Stolte Bau Wittenburg (r.), zeigt Henning Janke, Schüler der 8. Klasse, wie ein Rundbogen gemauert wird. Herbert Kewitz

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25. Januar 2010, 08:21 Uhr

Wüstmark | Mehr als 1800 interessierte Besucher kamen am Sonnabend zum Tag der offenen Tür ins Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ). Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin, war begeistert: "Ich habe von vielen Ausstellern gehört, dass die Kontakte intensiver sind und die Gespräche länger dauern. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Nicht nur die Zahl der Besucher im BTZ war im Vergleich zu den Vorjahren höher, auch die Zahl der Aussteller. Mehr als 50 Betriebe präsentierten ihr Handwerk - vom Schornsteinfeger, über den Korbmacher bis zum Fleischer. In den vergangenen Jahren hatte die Besucherzahl 1000 geknackt, die Zahl der Handwerksbetriebe lag bei 40.


Preise bei Werkstatt-Rallye

Höhepunkt der Veranstaltung war die bereits zum dritten Mal ausgetragene Werkstatt-Rallye. Wer mindestens vier Arbeitsproben in ausgewählten Berufen nachweisen konnte, kam in die große Lostrommel, aus der die Gewinner gezogen wurden. Zu den bei der Rallye angebotenen zwölf Berufen zählten Elektroniker, Friseur, Kosmetiker, Informationselektroniker, Hoch- und Tiefbauer, Metallbauer sowie Maler oder Tischler. Ausbildungsmeister Manfred Retzlaff erläuterte die Aufgaben in der Lackiererei. "Wir führen hier spezielle Techniken vor. Dazu gehört Airbrush mit Kleinstpistolen." Spaß hatten die jungen Besucher vor allem, wenn sie selbst versuchen durften, mittels einer speziellen Fließtechnik mit Buntacrylfarben Bilder herzustellen. Hier war auch Elisa Skiba zu finden. Die 13-Jährige reiste aus Parchim extra nach Schwerin an. "Ich war schon im vergangenen Jahr hier. Das hat mir so gut gefallen, dass ich diesmal meine beste Freundin mitgenommen habe." Henning Jahnke besucht die 8. Klasse des Sportgymnasiums. "Ich wollte herausfinden, ob Handwerksberufe etwas für mich sind", sagt er. "Meine Eltern haben mich hergeschickt. Man muss sich doch informieren." Ähnlich ist es Andreas Ullrich gegangen. Der Vater des 17-Jährigen, Peter Ullrich, meint: "Der Junge soll sich verschiedene Berufe ansehen, vielleicht findet er den richtigen."

Etwa 200 Schüler und Jugendliche beteiligten sich erfolgreich an der diesjährigen Leistungsprobe. Fortuna meinte es gut mit einer der jüngsten Teilnehmerinnen. Emilie Gerstenmeyer aus Cambs, die die dritte Klasse der Grundschule besucht, gewann den Hauptpreis, ein Notebook.

Am Tag der offenen Tür wurden bereits mehr als 170 Ausbildungsplätze für 2010 angeboten. Es gab erste Vereinbarungen für Praktika aber auch für das entscheidende Gespräch zur Unterzeichnung des Lehrvertrages.

Auch für die ganz Kleinen war es ein großer Tag. In einem eigenen Spiel-, Schmink- und Bastelbereich wurden sie rundum beschäftigt.

151 unverzichtbare Berufe

"Klappern gehört zum Handwerk", meinte Kammerpräsident Peter Günther, als er auf die Bedeutung der Aktion angesprochen wurde. "Das Handwerk hat erkannt, dass der Markt begrenzt ist, um Mitarbeiter und Auszubildende zu gewinnen. Deshalb nutzen wir die diesjährige Bundeskampagne, die das Handwerk in seiner Beutung darstellt, um auf unsere Aufgaben aufmerksam zu machen." Der Schweriner Kammerpräsident verwies darauf, dass insgesamt 151 Berufe durch das Handwerk abgedeckt werden. "Was wäre das Leben ohne die Handwerker. Selbst das kleinste Dorf braucht unsere Dienstleistungsbreite", sagte er.

Die Handwerkskammer Schwerin vertritt die Interessen von 7500 Handwerksbetrieben mit etwa 40 000 Beschäftigten und 4 000 Auszubildenden.

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