Kitas platzen aus allen Nähten

Fast jedes Kind im Alter zwischen drei und sieben Jahren im Landkreis Güs trow besucht eine Kita. Trotz stag nierender Geburtenzahlen steigt der Platzbedarf seit Jahren kontinuierlich. Grund: Eltern nehmen ihre gestiegenen Rechte auf einen Kita-Platz tatsächlich in Anspruch.

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23. August 2009, 09:52 Uhr

Bützow/Güstrow | Auch die sinkenden Arbeitslosenzahlen schlagen sich in der Kita-Statistik des Landkreises nieder. Im Juni besuchten knapp 3000 Mädchen und Jungen zwischen drei und sieben Jahren eine Kindertagesstätte. "Damit liegt die Quote bei über 90 Prozent", sagt Jugendamtsleiter Gregor Johannsen. Sprich: Fast jedes Kind, das im Kreis aufwächst, besucht in seinem Leben eine Kita.

Das war nicht immer so. Johannsen führt das u.a. auf "erleichterte Zugangsmöglichkeiten für arbeitslose Eltern zurück". So habe heute jedes Kind, trotz Arbeitslosigkeit der Eltern oder eines Elternteiles, Anspruch auf einen Teilzeitplatz in einer Kita. "Wer mindestens vier Stunden am Tag arbeitet, bekommt schon einen Ganztagsplatz", sagt der Jugendamtschef. Für Eltern, die zwischenzeitlich Arbeit hatten oder in einer Maßnahme auf dem zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt waren, erlischt der vorherige Anspruch mit erneuter Arbeitslosigkeit nicht mehr. "Das ist gut für die Kinder", sagt Johannsen. Aus fachlicher Sicht sei es zu begrüßen, dass jedes Kind eine solche Einrichtung besucht, bevor es eingeschult wird.

Trotz stagnierender Geburtenzahlen steigt der Bedarf an Kita-Plätzen, zurzeit gibt es rund 2900 im Landkreis. Das Jugendamt rechnet für September mit einem erneuten Anstieg. Der Landkreis müsse zusehen, dass Träger weitere Plätze schaffen. "Im Sommer gibt es durch die bevorstehenden Einschulungen immer Strukturveränderungen", erklärt Johannsen.

Im Monat Juni lag die Auslastung der vorhandenen Kita-Plätze sogar bei über 100 Prozent. Da fehlten rund 80 Plätze im Kreis. "Diesen Bedarf haben wir mit freien Krippenplätzen ausgeglichen", sagt Jugendamts-Mitarbeiterin Kirsten Wiesner. Von den rund 1150 Krippenplätzen waren da nur 880 belegt. Insgesamt, so Johannsen, käme man bei Krippe und Kita zusammen auf einen Auslastungsgrad von knapp 98 Prozent. "Über mehr freie Kapazitäten würden wir uns freuen", sagt der Jugendamtschef. Denn es gebe Platzmangel. "Wir haben nicht immer dort Plätze frei, wo wir sie brauchen", sagt Johannsen. Gerade in der Stadt Güstrow könnten Eltern derzeit nicht immer ihre Wunsch-Kita wählen. In Randgebieten, im ländlichen Bereich, seien eher Plätze frei.

Bei den Null- bis Dreijährigen besucht übrigens nur jedes zweite Kind im Landkreis eine Krippe. Die Qoute hier liegt bei 52 Prozent.

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