Kitas auf dem Land bedroht

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10. Juli 2009, 08:59 Uhr

Langhagen | Kleine Kindertagesstätten auf dem Land kämpfen um ihr Überleben. Die Zahl der Kleinkinder auf vielen Dörfern nimmt immer mehr ab. Schuld ist der Bevölkerungsschwund sowie der Wegzug junger Familien aufgrund mangelnder Arbeitsangebote. Auch der Kreisverband Mecklenburg-Mitte der Volkssolidarität mit Sitz in Güstrow musste bereits eine seiner 15 ländlichen Kitas in Zernin schließen. Jetzt trifft der Rückgang der Kinderzahlen auch die VS-Kita "Sonnenblume" in Langhagen. Ab 1. September gibt es kein Ganztagsangebot mehr, das Personal schrumpft auf eine Erzieherin.

Fünf der Kindergartenkinder aus Langhagen kommen am 1. September in die Schule. Dann bleiben gerade einmal sieben Kinder in der VS-Einrichtung übrig. "Da ergab sich natürlich die Frage nach einer Schließung", sagt Jutta Schubert, Geschäftsführerin des VS-Kreisverbandes. "Aber obwohl kaum noch Kinder da sind, wollen wir das Angebot in Langhagen weiter vorhalten - allerdings reduziert." Damit will sich Jutta Schubert eine Tür offen halten, falls die Zahl der Kinder doch noch einmal steigen sollte. "Wenn wir jetzt endgültig dicht machen, wird es schwer, wieder eine Kita in Langhagen ins Leben zu rufen", sagt sie.

Damit sich eine Kita auf dem Land wirtschaftlich trägt, müssten allerdings mindestens 15 Kinder da sein. Das weiß auch Jutta Schubert. "Deshalb haben wir die Kita in Langhagen in Absprache mit den Eltern auf Halbtagsplätze beschränkt und arbeiten hier nur noch mit einer Erzieherin", sagt sie. Eine der zurzeit noch zwei Erzieherinnen gehe in eine andere Einrichtung. "Wenn in Langhagen Not am Mann sein sollte, gewährleisten wir jedoch einen Springer", sagt Jutta Schubert.

Andrea Lange als betroffene Mutter ist über die neue Situation nicht erfreut. Ihr vierjähriger Sohn besucht noch die Kita Langhagen. "Ich arbeite im Außendienst und kann den Kleinen nicht schon mittags abholen", sagt sie. Glücklicherweise habe sie für ihn jetzt einen Platz in Teterow gefunden.

Jutta Schubert kennt das Problem. "Wir haben den berufstätigen Eltern andere Kitas in der Umgebung angeboten", sagt sie. Aber in Langhagen handele es sich nur um diesen einen Fall. Sie bedauert die Maßnahme. "Aber was sollen wir machen, wenn die Kinder nicht kommen?"

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