zur Navigation springen

Kampf um Erhalt der Einrichtung verloren : Kita Fahrbinde musste schließen

vom

Der Kampf ist vorbei: Die Kindertagesstätte Fahrbinde gehört der Vergangenheit an. Lange hatte die Elterninitiative als Trägerverein für den Erhalt der Kita gekämpft. Doch am Ende half das Engagement der Eltern nicht.

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2011 | 07:19 Uhr

Fahrbinde | Der Kampf ist vorbei: Die Kindertagesstätte Fahrbinde gehört der Vergangenheit an. Lange hatte die Elterninitiative als Trägerverein für den Erhalt der Kita gekämpft, viel Herzblut steckte in der Einrichtung. Doch am Ende half auch das große Engagement der Eltern nicht. In Zeiten, in denen selbst Gemeinden Kitas oft nicht mehr finanzieren können und die Einrichtungen deshalb an Träger übergeben müssen, war die Fahrbinder Elterninitiative einer der letzten Felsen in der Brandung. Doch die sinkenden Kinderzahlen, die steigenden behördlichen Auflagen und die deutlichen Kostenzuwächse ließen das Projekt Elterninitiative-Kita schließlich sterben.

Eine, die viel ehrenamtliche Hingabe, viel Freizeit und viel Leidenschaft in die Fahrbinder Einrichtung gesteckt hat, ist Romy Gronow. Sie war seit 1999 und bis zuletzt Vorsitzende des Trägervereins. "Natürlich tut dieser schwere Schritt weh, aber am Ende ging es nicht anders", sagt Gronow. Als Gründe nennt die Vereinsvorsitzernde neben den sinkenden Kinderzahlen, dass es immer schwieriger geworden sei, qualifiziertes Personal zu finden. "Außerdem muss es laut Kindertagesförderungsgesetzt eine Leiterin mit Leiterinnenqualifikation in jeder Einrichtung geben - diese Qualifikation hatten unsere Erzieherinnen leider nicht", so Gronow. Auch, dass die Kita aufgrund der gesetzlichen Bedingungen nur Kinder ab einem Alter von zwei Jahren aufnehmen konnte, habe letztlich zur Schließung geführt.

Dass der Elterninitiative nichts anderes als die Schließung übrig blieb, das hat der Rastower Bürgermeister Hartmut Götze kommen sehen. "Ich dachte mir schon länger, dass eine privat organisierte Kita auf Dauer leider nicht tragbar sein würde", so Götze. Er bedauert die Schließung der Einrichtung.

Leicht hatte es die Kita nie: Gegründet, als die Gemeinde Rastow Ende der 90er-Jahre nicht in der Lage war, eine eigene Einrichtung in dem Ortsteil zu unterhalten, musste der Trägerverein immer wieder hart arbeiten, um die Kita zu erhalten. Vor zwei Jahren bot die Gemeinde dem Verein an, die Kita zu übernehmen. "Damals ging es der Gemeinde finanziell besser als heute und wir wollten der Elterninitiative unter die Arme greifen", erinnert sich Hartmut Götze. Doch eine Einigung mit dem Verein habe es damals nicht gegeben. "Es hat Vorbehalte gegenüber der Gemeinde gegeben, das hat mich damals schon etwas enttäuscht", so der Bürgermeister. Nun jedoch, nachdem sich Rastows Finanzlage ebenso verändert hat wie die Finanzlage vieler kleinerer Orte, konnte auch die Gemeinde nicht mehr als Helfer einspringen. Seit Anfang des Monats hat Fahrbinde nun keine Kita mehr, auf dem Spielplatz wächst schon das Gras in die Höhe und auch das Kinderlachen in dem Rastower Ortsteil ist ein bisschen leiser geworden.

Über eines jedoch freut sich Romy Gronow: "Die ehemaligen Kita-Kinder konnten alle von anderen Einrichtung in der Umgebung übernommen werden, jedes Kind hat einen neuen Betreuungsplatz bekommen." Dieser Punkt sei dem Verein ganz besonders wichtig gewesen. Die Rastower Kindertagesstätte übernahm außerdem eine Erzieherin. Sich darum zu bemühen, das war eine der letzten Amtshandlungen des Vereins. Denn nach der Auflösung der Kita und dem Verkauf des Mobiliars und der Spielsachen hat der Verein nun seine Hauptaufgabe verloren und soll ebenfalls abgewickelt werden. Dies wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ist auch dieser Punkt vollzogen, dann gehört die engagierte Fahrbinder Elterninitiative endgültig der Vergangenheit an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen