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Lokales

20. Oktober 2017 | 01:56 Uhr

Kita-Ausbau stellt Städte vor Probleme

vom

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2010 | 06:51 Uhr

Nordwestmecklenburg | Der Ausbau der Kinderbetreuung stellt immer mehr Kommunen vor Probleme. Zwar sollen ab 2013 alle Kinder unter drei Jahre ab dem ersten Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz haben. Doch inzwischen mehren sich kritische Stimmen - auch im Landkreis Nordwestmecklenburg. "In Bezug auf den Rechtsanspruch bis 2013 sehe ich ein Problem. Das ist finanziell nicht zu schaffen", sagt Holger Glatz, Geschäftsführer des Jugendhilfezentrums "Käthe Kollwitz" in Rehna (JHZ).

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sieht hingegen keine Probleme bei der Realisierung. "Das Ausbauziel von 35 Prozent ist realistisch, das zeigen die aktuellen Zahlen", so die Bundesfamilienministerin.

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) meldet derweil Bedenken an. "Wenn der Bund die 2007 auf dem Krisengipfel beschlossene Ausbaustufe von 35 Prozent in Anbetracht des offensichtlich höheren Bedarfs nun als Erfolg verkauft und als realisierbar ansieht, verschließt er die Augen vor der Realität", sagt Schwesig. In Frage stellen will sie den Rechtsanspruch zwar nicht. Es sei nur wichtig, dass der Bund die Verabredung nicht vergesse, "die 35 Prozent auch finanziell zu unterfüttern." Bedenken hat Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin vor allem deshalb, weil bisher nur rund die Hälfte der bewilligten Mittel in den Krippenausbau geflossen seien. Und die Finanznot der Kommunen und Länder werde einen zügigen Ausbau verhindern.

Kritik kommt auch von Seiten der Kommunen, da diese sich in Bezug auf den Kitaausbau überfordert sehen. Sie sind sich sicher, dass die Kosten des Ausbaus vom Bund unterschätzt werden.

Bis zum Jahr 2013 soll es bundesweit im Durchschnitt für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz geben, nämlich insgesamt 750 000 Plätze. Der Bund beteiligt sich mit insgesamt vier Milliarden Euro zu einem Drittel an den Ausbaukosten. Davon fließen 2,15 Milliarden in das Investitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung 2008 - 2013" und 1,85 Milliarden Euro in die Betriebskosten.

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