Kirchensaal soll mehr Geld bringen

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09. September 2010, 01:57 Uhr

Bützow | Die geplante Mieterhöhung für Vereine in den beiden kommunalen Veranstaltungsräumen von Bützow ist vom Tisch. Verbände und Einrichtungen, die den Saal der Reformierten Kirche oder des Bützower Rathauses nutzen, haben auch weiterhin eine Miete von 25 Euro pro angefangener Stunde zu bezahlen. Damit wurde der Gedanke verworfen, sie zur Haushaltskonsolidierung der Stadt künftig stärker zur Kasse zu bitten.

"Der jetzige Stundensatz ist schon relativ gering. Und trotzdem fragen viele Vereine immer noch nach Rabatten, denn sie haben ja auch alle wenig Geld", so Hauptamtsleiterin Gabriele Behning im Finanzausschuss, der sich - ebenso wie der Bildungs- und Kulturausschuss - vor der Stadtvertretersitzung mit dem Thema auseinander setzte.

Mit den 25 Euro könne man "ja kaum die Heizkosten decken", gab Arno Gutz mer (SPD), Vorsitzender des Finanzausschusses, zu bedenken.

"Wenn Chöre dort auftreten und proben, sind für sie die Kosten mit den Einnahmen kaum zu decken", weiß Behning. Sie fürchtet, dass das Vereinsleben darunter leidet, wenn der Stundensatz auf 50 Euro gesteigert würde. "Von dem, was durch die Vereine angeboten wird, profitieren ja auch wir als Stadt", sagt sie. "Kultur ist nun mal ein Zuschussgeschäft. Was nutzen uns 50 Euro, wenn die Vereine nicht mehr kommen, weil sie sich dies nicht leisten können?", so Manfred Salow (Die Linke). Kein Entgelt wird in der Reformierten Kirche für Veranstaltungen der Stadt sowie für Gottesdienste erhoben.

Auch dies wurde jetzt in der Benutzungs- und Entgeltordnung für kommunale Räume festgeschrieben und von den Stadtvertretern beschlossen.

Widerstand bei der CDU-Fraktion aber regte sich gegen den Passus: "Andere Entgeltbefreiungen oder -ermäßigungen sind schriftlich zu beantragen. Die Entscheidung trifft der Bürgermeister der Stadt Bützow."

Nicht der Bürgermeister sollte über solche Ausnahmen entscheiden, sondern der Hauptausschuss, schlug Frank Schröder (CDU) vor. Seine Begründung: "Damit der Bürgermeister nicht in Schwierigkeiten kommt."

Diesen Vorschlag aber lehnte die SPD ab. "Der Bürgermeister kann jederzeit - wenn er es für nötig hält - den Hauptausschuss konsultieren", meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Fiedler.

Damit kündigte sich schon bei der ersten Sitzung nach der Neuwahl leichter Gegenwind von Seiten der CDU gegenüber dem von der SPD aufgestellten Bürgermeisterkandidaten an.

Mehr getan werden soll künftig von der Stadt für die Auslastung des Saales in der Reformierten Kirche. Stehen doch den jährlichen Bewirtschaftungskosten von 20 000 Euro lediglich Einnahmen von mickrigen 200 Euro gegenüber. Abhilfe soll ein neues Gestaltungs- und Vermarktungskonzept für die Kirche schaffen.

Nötig für eine stärkere Nutzung seien aber auch diverse Investitionen, betonten die Ausschüsse. Vor allem müsse man dafür sorgen, dass der Saal im Winter vernünftig geheizt werden kann, meint Wolfgang Wehrmann (EB).

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