Kirchenbauverein Greven vor Neuanfang oder Aus

Der neuromanische Ziegelbau in Greven ist nur rein äußerlich gerettet.privat
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Der neuromanische Ziegelbau in Greven ist nur rein äußerlich gerettet.privat

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19. Juni 2010, 01:57 Uhr

Greven | Der Vorstand des Fördervereins zur Rettung der Dorfkirche zu Greven hat sich aufgelöst. Für Außenstehende schlug die Nachricht ein, wie eine Bombe. Dagegen kam sie für Insider weniger überraschend. Lars Bardua kommentiert diesen Beschluss, den das Gremium auf seiner letzten Sitzung fasste, etwa als logische Folge der jüngsten Ereignisse.

Mit dem leisen Abschied des Vorstandes steht auch die Existenz des Vereins auf der Kippe, sagt der ehemalige Vorsitzende. Ein "weiter so " kann es aus seiner Sicht nicht geben. Dabei war es gerade diese Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die eine fast schon beispiellose Erfolgsgeschichte schrieb. Seine Geburtsstunde erlebte der Verein im Mai 2004. Wie der Name sagt, wollten die Mitglieder die Kirche Greven retten. Am Gotteshaus hatten der Zahn der Zeit und die Vernachlässigung in vergangenen Jahrzehnten ihre Spuren hinterlassen. So war es vom Verfall bedroht.

Nun ist der neuromanische Ziegelbau mit seinem 34 Meter hohen Turm äußerlich gerettet. Etwa 700 000 Euro wurden in drei Bauabschnitten verbaut. Handwerker sanierten Turmhaube, Dachstuhl und Fassade, deckten das Kirchenschiff neu ein und erneuerten die Bleiglasfenster. Dass die Architektin Sabine Weber begleitend zur Seite stand, bezeichnet Bardua noch heute als Segen für die Kirche.

Nach Schätzung des einstigen Vereinsvorsitzenden müsste noch für den Innenraum annähernd 300 000 Euro aufgebracht werden. Das aber ohne Sabine Weber, die eine andere Aufgabe übernimmt. Es braucht also einen neuen Architekten. Erforderlich sei, wie Bardua meinte, auch ein Umdenken innerhalb des Vereins. "Es muss uns gelingen, die Verantwortung auf vielen Schultern breitzutreten, sonst hat der Verein keine Zukunft", formuliert er die Aufgabe, die vor der Mitgliederversammlung am 29. Juni um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Greven steht. Er bietet an, weiter an der Spitze des Vereins zu wirken, will dabei aber nicht mehr fast nur noch einsam agieren.

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