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Lokales

18. Oktober 2017 | 02:29 Uhr

Kinder entdecken den Lehmbau

vom

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erstellt am 12.Aug.2010 | 05:13 Uhr

Twietfort | "So, jetzt diese Weidenruten hier durchflechten. Langsam - schieben - fertig. Und ihr, Jungs, ihr könnt schon mal den Lehm durchrühren und die kleinen Äste da vorne entlauben." Unter der sachkundigen Anleitung von Sascha Müller, Gestalter von Lehmputz, der in Berlin einen Lehmbaubetrieb leitet, entsteht in diesen Tagen in Twietfort ein Häuschen aus Naturmaterialen - im Stil eines Miniatur-Slawendorfes. Luka, Aaron und Josa rühren den Lehmschlamm kräftig mit ihren Händen um, solange, bis dieser eine sämige Masse ergibt, die dann mit Stroh vermengt, auf das von Romy und Marie bereits vorbereitete Wandgeflecht geworfen werden soll.

Unter dem Motto "War Obelix in Mecklenburg?" verbringen die kleinen Nachwuchslehmbauer eine Ferienwoche in Twietfort, sie schlafen in grün gestrichenen Bauwagen auf dem Gelände neben ihrer Lehmhütte und verbringen die Vormittage mit dem Hausbau, die Nachmittage mit Baden gehen und Museumsbesuchen. Und der Hüttenbau bedarf so einiges an Geschick von den angehenden Handwerkern: " Zuerst haben wir das Grundgerüst gebaut - aus Holzpfählen. Dann wurde Maisstroh auf das Dach gebunden und aus Weidenästen die Wände geflochten", erklärt Bauleiter Müller. Zum Schluss bewerfen die Kinder die Wände mit einer Lehm-Stroh-Mischung und glätten diese.

"Die Idee war, in diesem Jahr themenorientierte Freizeiten für Kinder anzubieten und Sascha Müller erklärte sich bereit, die Lehmhütten-Freizeit zu leiten", erzählt Dirk Zaske, Projektleiter des Morgenland e.V. Der Verein steht in Kooperation mit dem Verein für die Förderung angemessener Lebensumstände (FAL) sowie der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Mecklenburg - Vorpommern e.V. und setzt sich dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen mit Fachleuten und Pädagogen probieren und lernen. "Es geht darum, Lebensbereiche zu bauen und zu gestalten. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist unser Motto", so Zaske, "Dazu gehört auch die Umweltbildung und die Ökologie im Blick zu haben." Seit zweieinhalb Jahren existiert der Verein Morgenland bereits, er organisiert Freizeiten, Projektwochen, Projekttage, Workcamps und Seminare, bei denen Fachleute aus der Umweltpädagogik, dem Lehmbau aber auch den künstlerischen Bereichen, die Teilnehmer in ihre besonderen Kenntnisse einweihen.

"Wir haben uns vorgenommen, jedes Jahr einen Bauwagen zu bauen, einen Lehmdrachen zu fertigen und eine solche Lehmhütte entstehen zu lassen", sagt Dirk Zaske. "Und diese, die die Kinder jetzt bauen, ist die erste."

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