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Lokales

20. November 2017 | 09:02 Uhr

Kiesberme schützt Sandkrug

vom

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2011 | 07:52 Uhr

Prignitz | Wachlokale sind besetzt, seit gestern kontrollieren Deichläufer den Schutzwall. Am Vormittag hatte der Landkreis für die Elbe die Alarmstufe III ausgerufen. Der Fluss wird weiter steigen. Die jüngste Prognose von gestern Nachmittag sagt für heute 6,90 und für morgen 7,10 Meter am Pegel Wittenberger voraus. Gestern Abend 18 Uhr lag der Pegel bei 6,85 Meter. Die Experten erwarten keine extreme Situation. Dennoch haben eine Reihe von vorbeugenden Schutzmaßnahmen begonnen.

In Wittenberge stellten Kameraden der Feuerwehr die Spundwand auf. Hauptgrund sei aber nicht der Wasserstand, so Erich Schlotthauer, Sachbereichsleiter Katastrophenschutz. "Wir nutzen die Gelegenheit zu einer Übung", sagt er. Die sei sowieso geplant gewesen. Und für den Fall eines kräftigen Windes oder gar Sturmes schütze die Wand vor Wellenschlag und Spritzwasser.

Das Landesumweltamt hat sein Lagezentrum in Lenzen seit gestern 12 Uhr besetzt, koordiniert von hier aus Maßnahmen für den gesamten Elbabschnitt und das Hinterland, informiert Regionalabteilungsleiter Bodo Schwiegk. "Die Elbe in Tschechien fällt, auch die dortigen Zuflüsse", sagt er. Bis Riesa gebe es bereits fallende Pegel. Auf den hiesigen Elbabschnitt wirke sich das nur bedingt aus. Grund sind die hohen Wasserstände bei den Zuflüssen.

"Saale, Schwarze Elster, Havel und Spree führen weiter Hochwasser, die Spree durchgehend seit September", erklärt Schwiegk. Kritisch sei die Situation im Spreewald und in der Havel. "Über die Wehrgruppe Quitzöbel lassen wir deshalb das Wasser weiter in die Elbe abfließen." Fakten, die für einen lang anhaltenden hohen Wasserstand in der Elbe sprechen würden.

Nach den Erfahrungen 2006 seien der Straßenabschnitt vor Bälow und der Bereich Sandkrug besonders gefährdete Abschnitte. Sie stehen daher unter besonderer Beobachtung, kündigt Bodo Schwiegk an. Für eine höhere Stabilität soll der Deich bei Sandkrug durch eine Kiesberme verstärkt werden.

Der Hochwasserstab des Kreises geht davon aus, die Situation allein beherrschen zu können. Es sei nicht beabsichtigt, Katastrophenalarm auszulösen. "Auch am Wochenende werden wir mit eigenen Kräften arbeiten", so Erich Schlotthauer.

Unterdessen hatte sich die Hochwasserlage in Brandenburg insgesamt gestern nur wenig verändert. An der Schwarzen Elster gilt in einem Abschnitten weiter die Stufe 4. Von der Spree wurden Pegelstände zwischen 1 und 2 gemeldet. Der Hochwasserscheitel der Oder bewegte sich nördlich von Frankfurt (Oder) langsam flussabwärts. Deshalb wurde im unteren Oderabschnitt die Alarmstufe 2 für die Landkreise Uckermark, Barnim und Märkisch-Oderland ausgerufen.

Details zur Wassermenge

In Wittenberge fließen aktuell etwa 3500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vorbei. Das entspricht 4,5 Millionen Milchpackungen. Bei den Hochwassern 2006 und 2002 waren es rund 4500 Kubikmeter.
Das Schöpfwerk Gaarz pumpt pro Sekunde vier bis fünf Kubikmeter Löcknitzwasser in die Elbe. Über die Wehrgruppe Quitzöbel fließen pro Sekunde 230 Kubikmeter Havelwasser in die Elbe.

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