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Lokales

11. Dezember 2017 | 05:00 Uhr

Kiefern fallen der Säge zum Opfer

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jun.2011 | 08:07 Uhr

Prignitz | Die Oberförsterei Bad Wilsnack hat die ersten Aufforstungen für dieses Jahr abgeschlossen. Nach und nach wandeln die Forstarbeiter Kiefernwälder in Misch- und Laubwälder um. Die Oberförsterei Gadow wird größtenteils erst im Herbst Flächen neu bepflanzen. Darunter sind auch jene, die vom Schneebruch betroffen waren.

Im Revier Karthan (Oberförsterei Bad Wilsnack) begannen Forstarbeiter erstmals damit, einen Kiefernwald umzuwandeln. Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern holzten sie Nadelbäume ab und setzten dafür 1000 Eichenstiele in die Erde. "Mit dieser Initialpflanzung wollen wir die natürliche Verbreitung der Arten wiederherstellen", macht Forstinspektor Jörg Gröning deutlich.

Zur Erklärung: Etwa 70 Prozent der Waldfläche in Brandenburg machen Kiefern aus, doch diese sind sehr anfällig. Nicht nur, dass sich Nadelbäume bei Trockenheit schneller entzünden. Die Monokulturen sind auch besonders anfällig für Stürme, Schneebruch und Krankheiten.

Das Land Brandenburg beschloss deshalb in einem Waldumbauprogramm, den Kiefernwald nach und nach auszudünnen und mit heimischen Laubbaumarten, wie Eiche, Buche, Linde und Ahorn zu bepflanzen. Mehr Laubbäume statt Nadelhölzer wachsen künftig auch auf 0,5 Hektar Fläche im Revier Karthan. "Wir haben einen Teil der Douglasien und Lärchen gefällt und 3000 Buchenpflanzen eingesetzt", so Gröning.

Am "Totenfeld" in Perleberg haben die Forstarbeiter einen neuen Wald auf elf Hektar angelegt. Diese Erstaufforstung ist eine Ersatzmaßnahme für den Bau der neuen B 189. Hier wächst später ein Laubwald. Fünf Reihen Hecken dienen als Waldgrenze. "Als Vorwald haben wir Kiefern angepflanzt, sie dienen als Schirm und schützen die jungen Eichenpflanzen vor Frost", so Gröning.

Die Oberförsterei Gadow, die 17 000 Hektar Wald betreut, wird größtenteils erst im Herbst damit beginnen, aufzuforsten. "Wir sind noch mit der Beseitigung der Schäden vom Schneebruch beschäftigt", sagte Oberforstrat Holger Galonska. In der kälteren Jahreszeit werden neben den jährlichen Maßnahmen auch Flächen aufgeforstet, die infolge des Schneebruchs abgeholzt wurden und eine Lücke im Wald hinterlassen haben. Die gefällten Bäume erzielen auf dem Holzmarkt derzeit gute Preise. Es herrsche eine starke Nachfrage, der man kaum nachkomme, so Galonska. Besonders das Holz der Eiche und Douglasie sei gefragt.


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