Kicker zeigten Gewalt die rote Karte

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Wie im Spiel zwischen Worphausen und Preussen Berlin kämpften die Mannschaften um jeden Ball. Klawitter (1) / Koepke (2)

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07. Februar 2010, 07:57 Uhr

Schwerin | Er hatte extra andere Ter mine verschoben, um bei der Eröffnung des Jugendturniers in der Erich-Kästner-Halle dabei sein zu können: Fußball-Legende Uwe Seeler machte sein Versprechen wahr und kam am Sonnabend nach Schwerin. "Wenn es um Jugend sport geht, bin ich dabei", sagte Seeler. An die jungen Fußballer ap pelliert er, hart aber fair zu kämpfen. "Der Grundsatz muss lauten: Gewinnen wollen, verlieren können", so der Eh ren spielführer der deutschen Fußballnationalmannschaft, der bei seinem Auftritt in der Halle im Mueßer Holz heiß umringt war. "Uwe Seeler ist ein Idol für alle Ge nerationen, ein her ausragender Spieler, aber auch ein bodenständiger Mensch", erklärte der Felix Quint vom Schweriner SC, der sich wie viele andere Nachwuchskicker un bed ingt mit dem früheren Profi vom Hamburger SV ablichten lassen wollte.

Zum zehnten Mal schon veranstaltete der Schweriner SC am Wochenende ein großes internationa les D-Jugend-Turnier, bei dem es nicht nur um Punkte und Tore, sondern auch um ein Signal gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit ging. Motto: "We all can be friends". Insgesamt 16 Mannschaften nahmen an dem Wettstreit teil. Mit von der Partie waren neben dem SSC und Eintracht Schwerin, der FC Brugg aus der Schweiz, der 1.FC Union Berlin, FSV Bentwisch, der Buchholzer FC, BKS Chemik Bydgoszcz aus Polen, der 1.FC Lok Stendal, der FV Motor Eberswalde, der TSV Worphausen, der FC Hansa Rostock, der SC Borgfeld, der VfB Lübeck, der BFC Preussen Berlin, Awo Hage now und der Escheburger SV.

Die Schirmherrschaft über das Turnier hatte auch in diesem Jahr der Schweriner SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker übernommen. "Wieder einmal führt der Sport junge Menschen unterschiedlicher Nationalitäten zusammen", sagte Hacker. Gewalt löse keine Probleme, das sei die Botschaft des Turnieres, betonte Chef-Organisatorin Heike Schmidt. Und diese Botschaft kam auch bei den jungen Teilnehmern der Veranstaltung an. "Es ist gut, dass man etwas gegen Ausländerfeindlichkeit tut", erklärten etwa Finn-Luca (11) und Christian (12).

Um die Hintergründe jugendlicher Gewalt und mögliche Lösungsansätze ging es am Sonntag bei einer von SVZ-Redakteur Mathias Gröckel mode rier ten Talkrunde in der Kästnerhalle, an der neben Hans-Joachim Hacker unter anderem auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke), Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD), der CDU-Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt (CDU), Hansa-Legende Juri Schlünz, der Präsident des Landessportbundes, Wolfgang Remer, und der Vizepräsident des Landesfußballverbandes, Detlef Müller, teilnahmen. Tenor der Runde: Der Sport kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen, er kann aber in vielerlei Weise dabei helfen , dass sich Menschen besser verstehen. Jeder Einzelne sei gefordert, seinen Beitrag für Demokratie und sozialen Zusammenhalt zu leisten, auch in diesem Punkt waren sich die Diskus sionsteilnehmer einig.

Nach spannenden Spielen vor jeweils rund 400 Zuschauern an beiden Tagen hatten in sportlicher Hinsicht schließlich die Kicker von Hansa Rostock die Nase vorn. Die Turnier-Plätze zwei und drei belegten die Mannschaften von Chemik Bydgoszcz und Union Berlin. Zur Siegerehrung wurde dann auch die neue Vereinshymne des Schweriner SC gespielt. Text und Musik stammen von Gunter Gabriel. Selbstverständlich hat es sich der populäre Country-Sänger aus Hamburg nicht nehmen lassen, persön lich zur Uraufführung seines Werkes nach Schwerin zu kommen.

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