Kerzenschein und Tannenduft

In Cumlosen: Nüsse knacken mal anders.
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In Cumlosen: Nüsse knacken mal anders.

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28. November 2010, 05:15 Uhr

Prignitz | Gestricktes, Gewebtes, Geklöppeltes gepaart mit Kunsthandwerklichem für alle Lebenslagen, das ist der Blüthener Adventsmarkt, sind sich Erika Schreiber und Ingeborg Misterfeldt aus Perleberg einig. Einen Stand vermissen sie in diesem Jahr allerdings: "Der hatte immer so wunderschöne Lochstickereien." Dennoch, auch so gibt es wieder eine Menge zu bewundern und nicht nur das. Denn etliche Händler sind wieder dem Ruf der Gemeinde Karstädt zum Adventsmarkt gefolgt und haben für zwei Tage ihre Stände aufgebaut.

Der Renner in diesem Jahr ist offensichtlich Selbstgestricktes. Die Hüttenschuhe der Pritzwalker Landfrauen wechseln so auch schnell den Besitzer. Fürs Babyfüßchen bis zu "Äppelkähnen", sprich Schuhgröße 50, letztere allerdings auf Bestellung, haben sie das Passende aus Wolle mit Ledersohle. Und waschbar ist diese warme Schuhbekleidung auch noch. Mützen, Schals und Handschuhe, alles auch im Set, Jacken und Jäckchen - der Mode letzter Schrei -, kurzum, wer wollte, der konnte sich fast von Kopf bis Fuß mit Selbstgestricktem einkleiden. Natürlich fehlte es auch nicht an Jahreszeit typischer Deko und kulinarischen Angeboten aus Räucherofen und -kammer. Und für die Leckermäulchen hatte der Prignitzer Landfrauenverein wieder an die 40 Blechkuchen gebacken. Für die Kultur sorgten Sängerin Andrea Köhler und die Premslin-/Seetzer Blasmusikanten. Eine Premiere gab es am Sonntag. Die Jagdhornbläser ließen ihre Instrumente vom Kirchturm erschallen und Windlichter wiesen den Besuchern den Weg zum Adventsmarkt, wo zum Lichterfest Kinder der Christenlehre ein kleines Programm aufführten und die Blasmusikanten zum Konzert aufspielten.

Groß Lüben

Adventsbasar in Groß Lüben bedeutet auch immer Großbacktag im Ort. Denn ein Kuchenbüfett in der Winterkirche gehört fest ins Programm, sagt Kirchengemeinderatsvorsitzende Birgit Roesch. Sie betreut gemeinsam mit Regina Stopperan, Marlis Zimmer und Doris Stapel das Büfett. "Es sind in jedem Jahr viele Familien, die auf die eine oder andere Art zum Gelingen beitragen", bedankt sich Roesch und erwähnt auch die Stände vor der Kirche, an denen allerlei Nützliches und Herzerwärmendens feil geboten wird. Die Kirchengemeinde und der Förderverein sammeln Geld für den Wiederaufbau des Turms am Gotteshaus. Auch der Erlös des Adventsmarktes kommt auf das Konto.

Roddan

Ein Dorf muss nicht groß sein, um einen eigenen und dann auch noch stimmungsvollen Adventsmarkt zu organisieren. Seit 1993 werden an der Roddaner Kirche Stände aufgeschlagen. In den ersten Jahren engagierte sich die Kirchengemeinde allein. "Inzwischen machen wir das mit der Feuerwehr, und es klappt gut, weil wir uns aufeinander verlassen können", sagt Marianne Dieter. Anders funktioniert das auch gar nicht, schließlich müssen die Stände organisiert und besetzt werden. Die Besucher möchten Bratwurst und Glühwein, Kaffee und Kuchen. Manchmal denke sie darüber nach, mit den Weihnachtsmärkten einfach mal aufzuhören, "weil vieles doch immer schwieriger wird", sagt Marianne Dietrich. Und dann geht es doch immer weiter. Zum Auftakt des Marktes führten Mädchen und Jungen in der Roddaner Kirche das Krippenspiel auf.

Cumlosen

Bis in den Abend hinein verliert der Weihnachtsmarkt in Cumlosen zwischen Küsterhaus und Kirche nicht an Anziehungskraft. "Die Gemeinde kann auf die Vereine im Ort zählen", sagt Veronika Fähling. Sie ist Chefin vom Kulturverein Rolandswurt. In der Galerie des Kulturvereins ist seit wenigen Tagen eine Ausstellung des bekannten Illustrators Wolfgang Würfel zu sehen. So mancher Besucher nutzt die Gunst der Stunden zu einem Ausstellungsbesuch. Hier in der Galerie hat auch der Cumlosener Mutticlub, den es seit Sommer in der Gemeinde gibt, eine Bastelstation für die kleinen Besucher eingerichtet.

In der Kirche lädt der Singekreis der Gemeinde zu einem besinnlichen Innehalten. Der Kulturverein, der Motricher Dorfverein, die Gymnastikfrauen des SV Cumlosen, die freiwillige Feuerwehr mit der Frauengruppe und die Eisbader tuen das Ihre zum Gelingen des Marktes.

Groß Breese

Ein kleines Kuriosum erleben die Besucher des kleinen Weihnachtsmarktes an der Kirche. Als die Dämmerung langsam einsetzt kommt, wie nicht anders zu erwarten, der Weihnachtmann vorbei - und staunt nicht schlecht, dass da schon eine Weihnachtsfrau ist. Kinder haben sich um sie gescharrt und nehmen gern die kleinen Geschenke entgegen.

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