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Lokales

25. November 2017 | 00:48 Uhr

Kellergruben und Töpferei entdeckt

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svz.de von
erstellt am 21.Jun.2010 | 07:46 Uhr

Güstrow/Bützow | Die Bützower Reiner Konczak und Beate Heyn arbeiten als Grabungsassistenten für die Abteilung Archäologie und Denkmalpflege im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. Zusätzlich sind sie wie etwa 200 andere Frauen und Männer im Land als ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger tätig. "Sie übernehmen die Lobbyarbeit für die Landesgeschichte", bringt es Dezernent Michael Schirren auf den Punkt. Pro Jahr erfolgen etwa 2000 Meldungen von Funden und Befunden. "Damit liegen wir bundesweit an der Spitze", lobt Schirren.

Doch die finanzielle Situation im Land ist schwierig. Die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger haben zum Teil erhebliche Fahrtkosten zu tragen. Zum einen zu den Fundorten und zum anderen, weil sie ihre Funde nicht nur dokumentieren, sondern auch ins archäologische Landesmuseum bringen. Außerdem wünschte man sich manchmal eine intensivere Betreuung der Ehrenamtler. Immerhin stelle man fest, dass die Bodendenkmalpfleger deutlich jünger werden. "Das ist ein positiver Trend," so der Dezernent.

Gegenwärtig arbeiten Reiner Konczak und Beate Heyn in Güstrow im Grünen Winkel und in der Burgstraße in Güstrow. Das sind zwei weitere innerstädtische Straßen, die dieses Jahr saniert werden. Sie begleiten den Bau als Mitarbeiter der Abteilung Archäologie und Denkmalpflege. In der Burgstraße entdeckten sie bisher zahlreiche Töpfereiabfälle, Gruben und Kellergru ben sowie zwei neuzeitliche Brunnen. "Die Burgstraße steckt voller Geschichte", sagt Konczak. An zwei Stellen fand er Töpfereiabfallschichten. "Das deutet auf den dritten Töpfereistandort hin", erklärt er. Bisher wusste man von zwei mittelalterlichen Töpfereien, in der Grepelstraße eine aus dem 13./14. Jahrhundert und im Grünen Winkel muss im 15. Jahrhundert eine Töpferei gewesen sein. Der Standort Burgstraße für eine weitere passe aber von der Lage. "Wegen der Brandgefahr lagen die Töpfereien meist am Stadtrand", so Konczak.

Die Bodendenkmalpfleger dokumentieren das, was sie finden und am Schichtenaufbau ablesen können. Vieles ist zwar schon bekannt, doch werden bisherige Erkenntnisse dadurch verfestigt. Schriftliche Quellen für die Zeit vor 1500 fehlen in Güs trow, da sämtliches Material beim großen Stadtbrand vernichtet wurde. Straßenbauarbeiten sind eine gute Möglichkeit, etwas Licht in die Dunkelheit der Geschichte zu bringen.

Die Baubegleitung brachte schon einige wichtige Erkenntnisse. "Wir wissen jetzt, dass die Burgstraße keine feuchte Senke war", erklärt Konczak. Diese müsste eher zwischen Burgstraße und Schloss gewesen sein. Und er hofft auf weitere Funde und Überraschungen. "Wenn die Straße auch noch so klein ist, es sind immer wieder Befunde da", sagt er.

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