Brand in Parchim : Keine Gift-Messung im Asylheim

Nichts zu tun für die Feuerwehr? Ein Bild vom Einsatz.
MIGB

Die Verwaltung verlasse sich auf die Expertise einer Firma, die selbst wohl keine Messungen vorgenommen hat.

von
21. November 2014, 20:27 Uhr

Das Feuer in einem Zimmer des Asylbewerberheimes in der Ludwigsluster Chaussee am Donnerstag lässt weiterhin Fragen offen. So beschwerte sich ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung am Donnerstag mehrfach telefonisch bei der Führung der Parchimer Feuerwehr, weil die Presse informiert wurde. Zur Info: Die Feuerwehr hat uns nicht informiert. Aus der Kreisverwaltung hieß es: Die Anrufe seien nicht offiziell gewesen. Weiter hieß es, dass die Asylbewerber selbst das Feuer gelöscht hätten und die Parchimer Wehr beim Eintreffen „nicht viel zu tun gehabt“ hätte. Dabei löschten erst die Feuerwehrleute die großen Flammen professionell unter Atemschutz im Raum, was unser Foto beweist.

Die Parchimer Kameraden hatten nach dem Feuer in dem Gebäude eine Kohlenmonoxidmessung vorgenommen und empfohlen, dass Haus „vorerst nicht zu belegen". Der Landkreis sah dies anders: „Eine erste Begutachtung durch eine Spezialfirma ergab, dass der betroffene Gebäudeteil der Gemeinschaftsunterkunft weiterhin genutzt werden kann. Gesundheitliche Beeinträchtigung für die etwa 40 Bewohner in diesem Bereich der Gemeinschaftsunterkunft ist demnach ausgeschlossen", hieß es am Abend aus der Kreisverwaltung. Auch gestern gab es dazu nichts Neues. Die Verwaltung verlasse sich auf die Expertise der Firma.

Bei der Spezialfirma handelt es sich nach SVZ-Recherche um eine Schweriner Sanierungsfirma, die sich auf Wasserschaden-, Schimmelschaden- und Brandschadensanierung spezialisiert hat. Deren Mitarbeiter hat nach unseren Informationen zwar die Räumlichkeiten begutachtet, jedoch keine Messungen vorgenommen.



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