Keine Flaute nach Abwrackprämie

Mit der Abwrackprämie landeten im vergangenen Jahr jede Menge Gebrauchtwagen auf dem Schrottplatz. Archiv
Mit der Abwrackprämie landeten im vergangenen Jahr jede Menge Gebrauchtwagen auf dem Schrottplatz. Archiv

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27. April 2010, 01:34 Uhr

Güstrow | Die befürchtete Absatzflaute nach dem Wegfall der Abwrackprämie trifft einen Großteil der Autohäuser in der Region noch nicht. "Es gibt keine Flaute", sagt Steffen Möller, Geschäftsführer im Autohaus Mitte in Güstrow. "Von den Verkaufszahlen bewegen wir uns auf einem normalen Level, so wie vor der Abwrackprämie." Natürlich könne das Autohaus die Zahlen von 2009, als viele Kunden die Abwrackprämie zum Neuwagenkauf nutzten, jetzt nicht mehr erreichen. "Das war jedoch eine Ausnahmesituation", so Möller. Die Autohändler müssten sich damit abfinden, dass diese Zeiten vorbei sind.

Das Autohaus Mitte setzte im Zuge der Abwrackprämie wesentlich mehr Kleinwagen ab. Der Verkauf stieg um bis zu 30 Prozent. "Es kamen überwiegend Neukunden, um die Prämie bei uns zu nutzen", stellte Möller fest. Er verweist zudem auf eine überproportionale gute Werkstattauslastung seit Januar.

Auch die Mitarbeiter in der Werkstatt von Ulrich Fahr, Inhaber des Mitsubishi-Autohauses in Steinhagen, sind ausgelastet. "Es müssen Bremsen repariert, die Manschetten gewechselt und die Kupplung gemacht werden", erzählt Fahr. Die Absatzzahlen machen ihm aktuell auch keine Sorgen: "Bei uns ist der Verkauf von Neuwagen bisher überdurchschnittlich gut gewesen." Bei ihm wird die ganze Bandbreite an Fahrzeugen nachgefragt - von größeren Kombis über Mittelklasse- bis hin zu Kleinwagen.

Kai-Uwe Gerlach, Inhaber der gleichnamigen Autoscheune in Badendiek, kann ebenfalls nicht klagen. "Vor allem seit Ostern steigt die Nachfrage nach Neu- und Gebrauchtwagen wieder und der Verkauf kommt in Gang", sagt er. Ein Einbruch sei momentan noch nicht spürbar. Auch Gerlach profitierte von der Abwrackprämie. "Vor allem Einsteiger-Modelle und Kleinwagen liefen gut. Insgesamt waren aber alle Kundenschichten dabei, um die Prämie in Anspruch zu nehmen."

Jürgen Röwe, Obermeister der Fahrzeug-Innung im Landkreis, betrachtet die generell positive Tendenz allerdings mit Vorsicht. "Alle großen Autofirmen prognostizieren für 2010 einen Absatzrückgang von Fahrzeugen, wodurch die Branche mit einem geringeren Verkauf von einer Million Autos ausgeht", schildert Röwe. Er verzeichne momentan in seiner Filiale, der Röwe Automobile GmbH in Bützow, ein normales Frühjahrsgeschäft, dass nicht so überhitzt ablaufe wie 2009. Doch er mahnt: "Auf die Prognose-Zahlen müssen wir uns einstellen." Dennoch: Auch aus seiner Sicht eines Innungs-Obermeisters seien die Auswirkungen der Abwrackprämie noch nicht spürbar.

Steffen Möller vom Güstrower Autohaus Mitte sieht in dem prognostizierten Absatzrückgang der Automobilindustrie auch eine Chance für die Kunden: "Um den erwarteten Rückgang abzufedern wird es in den Autohäusern wieder verstärkt zu Rabatten kommen."

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