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FC Hansa Rostock : Keine Entlastung - das hat Juri Schlünz getroffen

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Eine Entlastung verweigert wurde dem alten Vorstand und damit auch Juri Schlünz des FC Hansa Rostock bei der Mitgliederversammlung am vorigen Donnerstag. "Ich habe immer im Sinne des Vereins gehandelt", so Juri Schlünz.

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erstellt am 13.Jan.2011 | 01:45 Uhr

Rostock | Das Urgestein Juri Schlünz trug 1990/91 mit der Kapitänsbinde am Arm maßgeblich dazu bei, dass der FC Hansa letzter separater ostdeutscher Meister sowie Pokalsieger wurde und sich für die 1. Bundesliga qualifizierte. Er hielt als Spieler mit den meisten Pflichteinsätzen Hunderte Male die Knochen für den Verein hin, war Trainer nicht nur der Rostocker Profis (u. a. 2003/04 Platz neun in der 1. Liga), kümmert sich seit 2007 um die Talente.

Und das überaus erfolgreich: Unter ihm als Vorstandsmitglied bzw. nunmehr Leiter der - von ihm selbst "erfundenen" - FC Hansa Nachwuchsakademie mit Zwei-Jahres-Vertrag bis 2012 wurde die A-Jugend Deutscher Meister, die B-Junioren belegten Platz vier in der Bundesliga Nord/Nordost, die "Zweite" schaffte in der Regionalliga den Klassenerhalt (stieg nur wegen wirtschaft-licher Unumgänglichkeit freiwillig ab).

Rückkehr als Profi-Trainer nicht vollends ausgeschlossen

Schlünz war es, der Ex-Profi Michael Hartmann zum A-Jugend-Coach machte, einen Sponsorenpool aufbaute, der dem Verein jährlich 100 000 Euro bringt, Hoffnungsträger wie Kevin Pannewitz, Tom Trybull oder Moris Fikic persönlich beschaffte. Und dann muss der 49-Jährige bei der Mitgliederversammlung am vorigen Donnerstag miterleben, wie dem alten Vorstand und damit auch ihm die Entlastung verweigert wird. Es liegt auf der Hand, dass er zu jener Hälfte des Gremiums gehörte, die gar nicht gemeint war, nicht gemeint sein konnte. Dennoch hat ihn dieses Veto getroffen. "Wenn man es differenziert betrachtet, war mein Bereich derjenige, der am besten gelaufen ist. Von daher ist das schon ein bisschen ärgerlich. Doch man muss ja auch die Realität sehen. Ich habe zwar immer im Sinne des Vereins gehandelt, aber vielleicht auch nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen", so Juri Schlünz selbstkritisch.

Zu seinen Aufgaben gehört es, die Trainer bis hinab zur D2 zu besetzen. Da die B-Lizenz Bedingung ist, gab es Probleme. So kam es, dass der einstige Mittelfeldspieler inzwischen auch wieder selbst auf dem Platz steht. Gemeinsam mit seinem früheren Mannschaftskollegen Mike Werner betreut er die C1, die in der B-Junioren-Verbandsliga spielt.

Da Schlünz Fußball-Lehrer ist, also die höchste Qualifikation besitzt, käme er allerdings auch für höhere Aufgaben in Betracht. Würde er denn noch mal Profi-Coach sein wollen, wenn er ein Angebot z. B. aus der 1. oder 2. Bundesliga erhielte? "Machen wir uns nichts vor: Bei mir wird nicht unbedingt einer anrufen, auch, weil ich schon so lange bei diesem Verein bin. Bis Sie eben die Frage gestellt haben, habe ich auch gar nicht drüber nachgedacht. Aber sicherlich würde ich überlegen. Nein zu sagen ginge in der heutigen Zeit nicht, man darf sich nie festlegen. Allerdings macht mir meine Arbeit Spaß."

Und mit wahrhafter Begeisterung in der Stimme führt er aus: "Wir können beruhigt auf ein Fundament von Ehrenamtlern aufbauen, eine Hansa-verrückte Gruppe, die über Jahre hinweg im Nachwuchsbereich arbeitet. Auch die Spieler des Deutschen A-Jugend-Meisters sind ja einst durch deren Hände gegangen. Ich möchte als Beispiel für diese Leute, auf die wir stolz sein können, Oliver Scheel nennen. In ihm haben wir einen Mann, der - auch wenn er mittlerweile nicht mehr hier beschäftigt ist - mit viel Herzblut für diesen Verein steht. Erwähnen muss man natürlich ebenso unsere hauptamtlichen Angestellten im Nachwuchs. Sie haben auch auf Geld verzichtet."

Dass die Rostocker bald wieder höherklassig mitmischen, ist natürlich Schlünz`s; inniger Wunsch: "Wir unternehmen alle Anstrengungen, damit der FC Hansa fortbesteht und so schnell wie möglich in die 2. Liga zurückkehrt. Dass es so gut läuft, damit konnte man nicht rechnen. Es wäre schön, wenn die Mannschaft mit Trainer Peter Vollmann und Manager Stefan Beinlich die sofortige Rückkehr schafft."

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