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Lokales

21. Oktober 2017 | 10:36 Uhr

Keine Engpässe bei Blutkonserven

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2011 | 08:29 Uhr

Parchim | Angesichts der zahlreichen schweren EHEC-Infektionen werden auch in der Region die Blut- und Plasmakonserven knapp. "Noch können wir die Krankenhäuser in Schwerin und Umgebung versorgen", sagt Dr. Berit Quaß, Institutsleiterin des DRK-Blutspendedienstes. "Aber wir brauchen dringend Nachschub. Dabei ist jeder neue Spender willkommen, vor allem aber diejenigen, die regelmäßig Plasma abgeben möchten." Für die lebensrettende Blutwäsche, die viele EHEC-Patienten brauchen, sei nämlich das so genannte Quarantäne-Plasma notwendig. Das muss mindestens vier Monate lagern, bis der Spender eine erneute vollständige Untersuchung hinter sich hat. Erst dann erfolgt die Freigabe.

Rund zehn Plasma-Einheiten zu je 250 Milliliter würden für die Blutwäsche pro Patient und Tag benötigt, so Dr. Quaß. "Bis es dem Patienten besser geht. Das kann fünf bis zehn Tage dauern." Bei einer Plasmaspende werden beim DRK 650 bis 850 Milliliter abgenommen. Blutplasma kann alle zwei Wochen abgegeben werden. Insgesamt 500 solcher Spenden hat das DRK in Schwerin in diesem Jahr eingesammelt. Mehr wäre wünschenswert.

Wer heute Plasma spendet, hilft zwar nicht den akuten Fällen, füllt aber die immer leerer werdenden Blutbanken. "Schließlich gibt es noch viele andere Menschen, für die Blut und Plasma gebraucht werden", so Dr. Quaß. Die Hälfte der Blutkonserven würde heute bei Krebserkrankungen eingesetzt. Für Operationen, bei Komplikationen in der Schwangerschaft und unter der Geburt werden ebenfalls große Mengen benötigt. Zudem steht der Sommer vor der Tür und damit eine ferienbedingte Spender-Flaute. Derzeit hat der Blutspendedienst in Schwerin alle Hände voll zu tun. "Drei Transfusionsteams decken neben regulären Spendeterminen viele zusätzliche ab", sagt Rainhard Wohlgemuth, Werbereferent des DRK. "Unsere Leute sind an ihren Grenzen." Weil aber das DRK seine Plasma-Depots dringend auffüllen muss, bittet Wohlgemuth, dass Spender in der Umgebung, also auch im Landkreis Parchim die regulären Termine nutzen. "Erst in etwa zwei Wochen werden unsere Teams voraussichtlich auch darüber hinaus wieder freie Kapazitäten haben."

Die Asklepios-Klinik Parchim meldete gestern keinen erhöhten Bedarf an Vollblut oder Blutplasma im Zusammenhang mit der Behandlung von EHEC-Patienten. "Es gibt keinen Grund zur Besorgnis", erklärte auf Nachfrage Dr. Ralf Wenk, Oberarzt der Inneren Abteilung Krankenhauses. Anders als in Hamburger Kliniken habe es in Parchim seit dem EHEC-Ausbruch keine Versorgungsengpässe gegeben. Selbst Routine-Operationen wurden nicht abgesagt.

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