Keine Bange vor dem Ostduell

<strong>Hansa-Keeper Jörg Hahnel</strong> (rechts) will morgen nach dem Schlusspfiff in Erfurt mit Stürmer Radovan Vujanovic  auch den zweiten Saisonsieg bejubeln. <foto>Georg Scharnweber</foto>
Hansa-Keeper Jörg Hahnel (rechts) will morgen nach dem Schlusspfiff in Erfurt mit Stürmer Radovan Vujanovic auch den zweiten Saisonsieg bejubeln. Georg Scharnweber

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30. Juli 2010, 08:24 Uhr

Rostock | Vor über 19 Jahren standen sich der FC Hansa Rostock und der FC Rot-Weiß Erfurt zuletzt in einem Pflichtspiel gegenüber: Bei der 21. Runde der NOFV-Oberliga siegten die Blumenstädter mit 1:0 an der Küste. Während diese Niederlage die Ostseestädter nicht daran hindern konnte, den Meistertitel einzufahren und die Qualifikation für die 1. Bundesliga zu schaffen, landete Erfurt als Dritter im Abschlussklassement 1990/91 zur Saison 1991/92 in der 2. Liga. Seitdem trennten sich die Wege beider Vereine. Hansa kickte unter anderem zwölf Jahre in der höchsten deutschen Spielklasse. Die Thüringer hingegen waren überwiegend drittklassig, kehrten einzig 2004/05 für eine weitere Saison in die Zweitklassigkeit zurück. Mit der 2008/09 eingeführten 3. Liga kennt sich Erfurt aber bestens aus, landete seitdem auf den Rängen zehn und neun. "Es steckt eine Menge sportlicher Zündstoff in dieser Partie. Erfurt hat zum Auftakt auswärts verloren (1:3 beim VfB Stuttgart II - d. Red.) und will sich jetzt vor heimischem Publikum beweisen. Ich denke, dass uns ein aggressiver Gegner erwartet, der uns alles abverlangen wird", sagte Hansa-Trainer Peter Vollmann. Dem 52-jährigen gebürtigen Westfalen machen die besonderen Umstände des Ost-Derbys nichts aus. "Sicherlich hat dieses Duell gerade bei den Fans eine enorme Bedeutung. Daher werden uns bestimmt eine Menge dort unterstützen. Aber es gibt auch im Westen einige brisante Duell, die ich auch mitgemacht habe. Daher weiß ich schon, was uns erwarten wird. Für uns als Trainerteam kommt es darauf an, dass wir der Mannschaft die entsprechenden Lösungen mit auf den Weg geben", so Rostocks Coach.

Nach dem 3:0 zum Auftakt gegen Neuling VfR Aalen war Vollmann als Euphoriebremser und -schürer in gleichem Maße gefragt. "Wir wollten von beidem etwas. Natürlich müssen die Jungs merken, dass sie nach einer erfolgreichen Partie weiter hart arbeiten müssen, aber ebenso haben wir Selbstvertrauen getankt, dass wir mit in die nächste Partie nehmen können", sagt der Fußball-Lehrer.

Groß verändern will er seine Erfolgself vom Auftakt dabei nicht, ist aber gezwungen, einen Ersatz für Dexter Langen zu finden, der nach einer Knie-Operation bis zur Winterpause ausfallen wird. "Wie die Aufstellung aussehen wird, dass entscheide ich unmittelbar vor dem Spiel. Ich möchte erst noch die letzten Trainingseindrücke (heute 10.30 Uhr - d. Red.) abwarten, eine Nacht darüber schlafen, um dann für mich die richtige Entscheidung treffen zu können", erklärt Vollmann, der mit dem defensiveren Robert Müller sowie dem offensivstärkeren Malick Bolivard zwei verschiedene Varianten zur Verfügung hat: "Keiner ist prädestiniert für diese Position. Wir werden Dexter Langen leider nicht eins zu eins ersetzen können."

Wie man im Steigerwaldstadion erfolgreich auftritt, weiß Jörg Hahnel. Als Keeper von Aue siegte "Jockel" mit den Erzgebirglern 2004 dort mit 3:0. Auf der Gegenseite unter anderem Rudolf Zedi (heute Kapitän bei Rot-Weiß) sowie Hahnels jetziger Teamkollege Enrico Neitzel. "Wir waren zufrieden mit dem Auftakt gegen Aalen, aber es war auch nur ein Sieg. Vor dem Ostduell in Erfurt habe ich keine Bedenken und bin optimistisch, dass wir die drei Punkte holen werden. Letztlich wird es auf eine geschlossene Leistung und die Tagesform ankommen", sagt Hansas Nummer eins.

Dass die Ostseestädter nun alle Auswärtsfahrten per Bus zurücklegen, stört den 28-Jährigen nicht: "Wir hatten auch in der Vergangenheit Touren nach Burghausen dabei, wo wir zwei Stunden nach Berlin gefahren sind, von dort im Flieger nach München und weiter im Bus. Mit den ganzen Wartezeiten kam da schon einiges zusammen. Außerdem reisen wir einen Tag vorher an, können uns im Hotel entspannen und vorbereiten."

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