zur Navigation springen

Keine Ballsicherung: Teil des Sportplatzes gesperrt

vom

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2011 | 07:17 Uhr

Perleberg | Im Auto von Manfred Neumann landete am vergangenen Wochenende ein Fußball. Geparkt hatte er im Berliner Weg, nahe des dortigen Kunstrasenplatzes. Das "Geschoss" bahnte sich seinen Weg durch die geschlossene Seitenscheibe des Pkw. Der Düpower ist nicht gerade erfreut über diesen Zwischenfall, wie er in der "Prignitzer"-Redaktion berichtete - und noch weniger darüber, dass man die Hecke zwischen Sportplatz und Straße kurz über dem Boden stutzte, die Betonmasten für ein Ballfangnetz auf Initiative des SSV Einheit Perleberg bereits stehen und eigentlich nur noch das Netz fehlt. Der "Volltreffer", so Neumann, hätte also nicht sein müssen.

Ob das nächste Kapitel in der Sportplatzgeschichte, das man nun gestern aufschlug, nicht auch verhinderbar gewesen wäre - darüber kann man nur spekulieren. Fakt ist, dass die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH Perleberg/Karstädt (GWG) als Betreiberin der Anlage die Order gab, den Kunstrasenplatz nicht mehr zu bespielen, weil ganz einfach eine entsprechende Ballsicherung fehle. Unter der Überschrift "Steilpass mitten auf die Straße" hatten wir im "Prignitzer" bereits am 11. März über Hintergründe berichtet.

Die Information über die Platzsperrung erhielt unsere Redaktion gestern von Eltern, deren Kinder in Nachwuchs-Fußballteams des SSV spielen und immer mittwochs trainieren. Sowohl dieses Training - zumindest in vollem Umfang, am gewohnten Ort - als auch Punktspiele, die am Wochenende wieder anstehen, sieht der Jugendleiter des SSV in Gefahr. Natürlich gebe es die Möglichkeit, auf den A-Platz - also den Naturrasenplatz an der Berliner Straße - auszuweichen. Das allerdings gehe zu Lasten dieses Platzes: Mit Fußballschuhen würde man ihn in seinem jetzigen schlechten Zustand völlig ramponieren, müsste ihn anschließend aufwändig reparieren.

Einfacher wäre es, die Fußbälle auf dem Kunstrasenplatz so abzustoppen, dass sie im Berliner Weg keine Fußgänger, Radler oder Autofahrer gefährden. Hinzu komme, dass dieser Platz als einziger mit Flutlicht ausgestattet sei und deswegen nur hier die abendlichen Trainingseinheiten der Alten Herren und der Frauen stattfinden könnten.

Bürgermeister Fred Fischer versicherte gestern auf Nachfrage, dass man an der Problemlösung dran sei - und konnte am Nachmittag bereits Ergebnisse verkünden. So ergaben die Untersuchungen zu den Betonpfählen, dass sie nur dann stehen bleiben dürften, wenn man für jeden einzelnen einen Standsicherheitsnachweis erbringe, die Statik der Fundamente untersuche und eine Materialprüfung durchführe. Mit anderen Worten: "Die Pfähle müssen wieder raus", so Fischer. Heute, so der Bürgermeister, werde ein neuer, zirka 1,50 Meter hoher Maschendrahtzaun gesetzt, der - so wie der alte, teilweise bereits demontierte Zaun - auch wieder eine Pforte haben werde. Bis zum Ende der Woche lägen zudem die Angebote für einen Ballfangzaun vor. An die Umsetzung dieses Projektes werde die GWG dann so schnell wie möglich gehen. Mit dem neuen Maschendrahtzaun sei die Situation zunächst soweit entschärft, dass die Platzsperre wieder aufgehoben werden könne, so Fischer.

Das Nachmittagstraining gestern fand im Stadion auf Ausweichplätzen statt. Damen und Alte Herren trainierten abends unter Flutlicht - auf eigene Gefahr. Die 220 Fußballer, davon 170 Kinder, des SSV wirds freuen, wenn das, was schon so lange währt, nun tatsächlich endlich gut werden sollte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen