Exportschlager : Kein Lackfehler bleibt verborgen

Besucher versuchen selbst, die Material- und Lackierfehlen aufzuspüren.  Fotos: Ronald Ufer (2)
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Besucher versuchen selbst, die Material- und Lackierfehlen aufzuspüren. Fotos: Ronald Ufer (2)

Autohersteller auf vier Kontinenten vertrauen auf die innovativen Lösungen aus Lenzen

svz.de von
11. September 2015, 13:23 Uhr

Wer ein neues Auto kauft, umkreist es zuvor mehrmals auf der Suche nach Beulen, Dellen und um Lackfehler zu finden. Das dies möglichst erfolglos bleibt, dafür sorgt die Oligo Lichttechnik GmbH. Das Unternehmen entwickelt und produziert in Lenzen optische Systeme, mit denen beispielsweise Autohersteller während der Produktion die Oberflächengüte der Karosserie prüfen.

Zum 20jährigen Firmenjubiläum erleben Besucher in Lenzen, wie diese Technik entwickelt und produziert wird. Beim Rundgang mit Vertriebskoordinator Torsten Wagner schlüpfen die Neugierigen in die Rolle von Qualitätskontrolleuren bei VW, Audi, BMW oder Scania.

Die Stationen im Musterbau sind der Fahrzeugfertigung nachempfunden. Karosserien stehen auf Transportwagen. Den „Fertigungstunnel“ tauchen Beleuchtungsanlagen mit Hochleistungsoptiken von oben und den Seiten in helles Licht. Dellen, Beulen und Lackfehler werden so bei der Oberflächenprüfung für Qualitätskontrolleure sichtbar. Kreise und Linien auf den Musterkarossen markieren Mängel.

Besucher rücken während der Rundgänge dicht an das Blech heran, um die Fehler zu betrachten. Warum sie nicht erst in der Endkontrolle sondern möglichst früh schon auf dem nackten Blech gesucht werden, macht Wagner deutlich.: „Ein Staubkorn auf der Rohkarosserie wächst sich bei den Lackierstufen zum Pickel aus.“

Auch die Weiterentwicklung bei Oligo wird sichtbar. Klassische Anlagen verwenden noch größere Leuchtstoffröhren, neuere schon dünnere Lichtstäbe. Aktuelle Produkte sind mit LED bestückt, was Besucher nicht nur sehen, sondern auch spüren. In ihrer Nähe bleibt es deutlich kühler, weil die großflächigen Elemente viel weniger Wärme abstrahlen.

Auch Systeme mit veränderbarer Farbtemperatur, stellt Wagner vor. So kann besser auf unterschiedliche Lacke, Farben und Reflexionen reagiert werden. Und die Qualitätskontrolleure können entscheiden, welche Helligkeiten und Lichtwerte ihnen angenehm erscheinen.

„Über Energieeinsparung hinaus halten LED deutlich länger, erfordern weniger Reparaturen und Service“, erläutert der Experte. Die Elemente fallen zudem flacher aus, was mehr Raum für die Fertigung lässt.

In der Produktion sind die Komplettierung der Elemente und die Bestückung der Steuerungsplatinen zu erleben. Rund 40 Mitarbeiter beschäftigt Oligo in Lenzen, sieben davon in der Produktion. Die anderen sind in Konstruktion, Musterbau und Vertrieb tätig. Ein Büro in Potsdam nutzt für Forschungen die Nähe zum Hasso-Plattner-Institut und zur Universität. Die Hochtechnologie-Manufaktur hat 20 Produkte zur optischen Oberflächenkontrolle im Programm. Aufgrund der Kundenwünsche entstehen daraus 500 Varianten.

Größte Kunden sind die Autohersteller. Auch Produzenten von Küchen und Haushaltstechnik bis hin zu Elektrogroßgeräten sowie die Holzindustrie kaufen in Lenzen. „Nur Japan ist noch ein weißer Fleck auf unserer Weltkarte“, sagt Wagner mit Blick auf die hohe Exportquote. 2015 sei ein gutes Jahr, das hohe Auftragsvolumen lasse sich nur mit Sonderschichten bewältigen.

Ein Ausbau des Standortes ist konzipiert, Pläne für den 3. Bauabschnitt liegen vor. Problemfrei sieht Wagner den Standort Lenzen nicht. „Viele Kunden kommen mit Prototypen und Teilen zu uns, beklagen die schwierige Erreichbarkeit. Daher hoffen wir auf den zügigen Ausbau der A 14. “  

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