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Lokales

25. September 2017 | 02:54 Uhr

Kein Komasaufen bei Schweriner WM-Fest

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2010 | 08:01 Uhr

Schwerin | Ohrenbetäubender "Toooor"-Jubel, schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer, auf der Videoleinwand fallen sich "Schweini" und "Poldi" in die Arme. Szenen wie diese werden - wenn der Fußballgott mitspielt - bis zum 11. Juli auf der Freilichtbühne im Schlossgarten zu erleben sein. Veranstalter Matthias Wölk will dort alle Spiele der morgen beginnenden Fußballweltmeisterschaft in Südafrika mit deutscher Beteiligung sowie weitere wichtige Partien zeigen.

Krawalle alkoholisierter Fans in der Innenstadt, zu denen es 2008 nach Übertragungen von der Fußball-Europameisterschaft auf dem Marktplatz gekommen war, sollen sich möglichst nicht wiederholen. Auch deshalb werden auf der Freilichtbühne bei jeder Partie Vertreter des Projekts "Hart am Limit" (Halt) dabei sein. "Wir wollen sensibilisieren. Alkohol konsum ist besonders für Jugendliche gefährlich", sagt Projekt-Leiterin Karina Böske. Mit Plakaten, Flyern, aber auch Gesprächen soll so ein auch in Schwerin dramatisch wachsendes Problem thematisiert werden: Immer öfter werden Jugendliche nach ausgiebigen Gelagen mit Alkoholvergiftung in die Helios-Klinik eingeliefert. "30 bis 40 solcher Fälle registrieren wir pro Jahr, die Dunkelziffer liegt weitaus höher", sagt Sybil le Fuhrmann, Leitende Oberärztin der Helios-Klinik für Abhängigkeitserkrankungen. Bis zu 20 Prozent der Rauschtrinker seien mittlerweile zwischen 12 und 17 Jahre alt, so die Medizinerin.

Projekt soll tief in die Gesellschaft wirken

Im städtischen Auftrag baut die Evangelische Jugend für das Halt-Projekt ein Netzwerk auf, das Kindern und Jugendlichen helfen soll, deren Alkoholkonsum jegliches Limit überschritten hat. Ämter, Kliniken, Jugendring, Schulpsychologischer Dienst, Polizei, Sportbund und freie Träger der Kinder- und Jugendarbeit wirken zusammen.

"Wir wollen aufzeigen, dass es außer Trinkgelagen auch andere Möglichkeiten gibt, die für die Entwicklung von Jugendlichen so wichtigen Grenzerfahrungen zu machen", erklärt Karina Böske. Hochseilklettern, Kanufahren oder eine Übernachtung im Wald seien geplant. Das Halt-Projekt soll aber auch in die Gesellschaft wirken. Eltern sind gefragt, ihre Vorbildfunktion auszuüben, manche Gastronomen oder Betreiber von Tankstellen, Diskotheken oder Lebensmittelgeschäften müssten die Alterskontrolle beim Alkoholverkauf ernster nehmen, sagt Karina Böske.

Matthias Wölk unterstützt das Präventionsprojekt. "Wir werden keinen hochprozentigen Alkohol ausschenken", sagt der Veranstalter. Zeigen will er auf der Freilichtbühne die Spiele des WM-Eröffnungstages, sämtliche deutschen Partien, die Viertel- und Halbfinals sowie das Endspiel. Bis zu 5000 Fußballbegeisterte finden vor der Bühne Platz. Karten gibt es an den Kassen vor Ort jeweils bereits zwei Stunden vor Spielbeginn. "Sollte die Nachfrage groß sein, zeigen wir weitere Spiele", sagt Wölk. Auch bei Sonnenschein könnten sich die Besucher auf beste Bildqualität freuen: "Die 24 Quadratmeter große LED-Leinwand garantiert gestochen scharfe Bilder."

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