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Stadtwerke Ludwigslust-Grabow wehren sich gegen ZkWAL-Vorwürfe : Kein juristischer Streit ums Wasser

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Der Bürgermeister von Ludwigslust hat in der Verbandsversammlung erreicht, dass eine neue Wasserleitung von Göhlen nach Kummer nicht gebaut wird. Damit wurde ein Streit vor Gericht verhindert.

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erstellt am 11.Jan.2011 | 10:09 Uhr

ludwigslust | An der Wand im Dienstzimmer von Stadtwerke-Geschäftsführer Wulf-Peter Bosecke hängt eine riesige Karte. Darauf ist die Trinkwasserrahmenplanung des Landkreises eingetragen. Mit ihr sollte in den 90er Jahren die flächendeckende Versorgung mit Trinkwasser abgedeckt werden. "Der ZkWAL hat damals noch mit Verbandsvorsteher Brandt und Geschäftsführer Lorenz diese Planung abgelehnt", sagt Bosecke. Hintergrund für Boseckes Argumentation ist der neuerliche Vorstoß des Zweckverbandes, eine Wasserleitung von Göhlen nach Kummer zu bauen. Diese war nach den Worten des Stadtwerke-Geschäftsführers schon einmal 2004 in der ZkWAL-Verbandsversammlung von der Tagesordnung genommen worden. "Zu Recht, denn sie ist völlig unnötig. Und der Gebührenzahler müsste dafür aufkommen", sagt Bosecke.

Kummer bezieht sein Trinkwasser von den Stadtwerken Ludwigslust-Grabow. Der Übergabepunkt ist im Bereich Niendorf-Weselsdorf. Dort geht das Wasser in das Netz des ZkWAL über. Der behauptet, es gäbe des Öfteren Probleme mit der Qualität. Tatsächlich musste im August vorigen Jahres die Produktion im Käsewerk Kummer für mehrere Stunden unterbrochen werden, weil braunes Wasser ankam. Das Gesundheitsamt nahm sofort eine Probe vor dem Wasserzähler der Firma und nahezu zeitgleich auch am Übergabeschacht in Niendorf-Weselsdorf. Das Ergebnis: An der Käserei wurde eine erhöhte Belastung des Wassers mit Eisen und Mangan festgestellt. Am Übergabeschacht war alles in Ordnung. Für Wulf-Peter Bosecke ein Indiz, dass das Problem in Leitungsablagerungen auf ZkWAL-Gebiet liegt.

Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach hat in der Verbandsversammlung am Montagabend erreicht, dass die neue Leitung nicht gebaut wird. Die Mehrheit der Verbandsmitglieder hat damit eine juristische Auseinandersetzung verhindert. "Das Verhalten des Zweckverbandes ist reines Machtgehabe", sagt Wulf-Peter Bosecke. "Unser Wasser ist gut. Seit 1993 stecken wir 200 000 pro Jahr in das Rohrnetz und unser Wasserwerk. Wie es funktioniert, davon können sich Besucher am Sonnabend beim Tag der offenen Tür ein Bild machen", so der Geschäftsführer der Stadtwerke.

Antrag von Wöbbelin abgelehnt

Im Wirtschaftsplan verblieben ist der Weiterbau der zentralen Abwasseranlage in Wöbbelin. Vergeblich hatte sich Bürgermeisterin Viola Tonn bemüht, dieses Vorhaben aus dem Investitionsplan streichen zu lassen. Wöbbelin will aus dem Zweckverband austreten und eine dezentrale Variante verfolgen. "Gegenwärtig wird die Funkamtssiedlung angeschlossen. Dann bauen wir weiter nach Wöbbelin", sagte ZkWAL-Geschäftsführer Stefan Lange. Die Gemeinde setzt unterdessen weiter auf eine juristische Klärung ihrer Forderungen.


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