zur Navigation springen
Lokales

21. August 2017 | 06:48 Uhr

Kein CO2-Endlager in der Prignitz

vom

Kehrberg | Der Landesregierung von Brandenburg und dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe seien außer dem CCS-Demonstrationsprojekt Jänschwalde von Vattenfall keinerlei weitere Planungen bekannt, "mit denen ein Gesteinshorizont im Land Brandenburg auf seine Eignung als Kohlendioxid-Speicher untersucht werden soll". Mit dieser Aussage reagiert Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) auf Bedenken in der Gemeinde Groß Pankow.

Die hat nämlich Post von der Bürgerinitiative "Contra CO2 Endlager" aus Neutrebbin erhalten. In dem Schreiben heißt es, dass auch Kehrberg zu den möglichen Speicherorten für CO2 gehören könnte. Die Bürgerinitiative bezieht sich dabei auf "geheime Daten der Bundesregierung zu geplanten CO 2 -Endlager-Standorten in Deutschland", deren Offenlegung die Umweltorganisation Greenpeace eingeklagt habe.

Und die besagten, dass in Kehrberg ein potenzielles Kohlendioxid-Endlager mit einer Ausdehnung von 5,3 Quadratkilometern und einer Nettoermächtigung von 108 Metern entstehen könnte. Das mögliche Speichervolumen betrage 0,6 Kubikkilometer und die geschätzte CO2-Kapazität zwischen 0,6 und 7,1 Millionen Tonnen.

Der Prignitzer Landtagsabgeordnete Thomas Domres (Linke) wollte daraufhin von der Landesregierung wissen, welche Erkenntnisse zu diesem potenziellen Endlager vorlägen und erhielt oben erwähnte Antwort. Laut Christoffers soll in den kommenden fünf bis zehn Jahren "EU-weit in einigen wenigen Forschungs-, Pilot- und Demonstrationsprojekten die CCS-Technologie erprobt" werden. Erst wenn auf diese Weise die technische, ökologische und wirtschaftliche Machbarkeit nachgewiesen sei, wenn sichergestellt werden könne, dass von der Anwendung keinerlei Gefahren für die Bevölkerung und die Umwelt ausgehen, könne über eine breitere Nutzung der Technologie entschieden werden. Bleibt die Frage offen, ob Kehrberg als vermeintlich mögliche Lagerstätte dann wieder ins Spiel käme. Aus Sicht der Bürgerinitiative Contra CO2-Endlager seien "die Kapazitäten in Beeskow und Neutrebbin nicht einmal im Ansatz für den Betrieb eines normalen Kohlekraftwerkes" ausreichend.

Die Bundesregierung beschloss das CCS-Gesetz, der Bundesrat stimmte zu. Brandenburgs Antrag auf Streichung der Länderklausel, die es einzelnen Bundesländern erlaubt, ihr Territorium oder Teile von einer möglichen Speicherung auszuschließen, fand keine Mehrheit. Niedersachsen und Schleswig-Holstein z. B. wollen kein Kohlendioxid verpressen. Brandenburg könnte als einziges Speicherland übrig bleiben.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Jun.2011 | 06:39 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen