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Lokales

11. Dezember 2017 | 05:00 Uhr

Karstädter Kühe stoppen Zugverkehr

vom

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2010 | 11:32 Uhr

Karstädt | Landwirt Christian Haack ist seit Sonntag früh um 3.30 Uhr im Stress. Er sucht Färsen, die von seiner Koppel hinter dem Karstädter Stallgrundstück verschwunden sind. Einige der Tiere hatten bereits in der Nacht zu Sonntag zweimal für Sperrungen der Bahnstrecke Hamburg-Berlin im Bereich Karstädt gesorgt. Beamte der Bundespolizei mussten ausrücken, fanden aber erst beim zweiten Mal ein Tier an den Gleisen (der "Prignitzer" berichtete gestern). "Die Färse war aber nicht angefahren, sondern in Schockstarre, wir fanden sie bei Kaltenhof und haben sie nach Hause transportiert, es geht ihr wieder gut", erklärt Haack.

Insgesamt 38 Färsen befanden sich nach seiner Aussage in der Koppel, 22 davon seien ausgebrochen. Einige wurden gestern früh an der Gemarkungsgrenze zu Nebelin gefunden. Noch sind nicht alle Tiere wieder eingefangen. Polizeibeamte des Schutzbereiches Prignitz hatten am Vormittag die Suche unterstützt, wie der "Prignitzer" auf Nachfrage von Sprecherin Bianca Krege erfuhr. Haack ist der Polizei dankbar für die schnelle Hilfe. "Bei dem hohen Mais ist es gar nicht so einfach, die Tiere zu finden", beschreibt er die Schwierigkeiten des Unterfangens. Doch das sei nicht der alleinige Grund. "Kühe sind Herdentiere, wenn sie ausbrechen, bleiben sie zusammen. In diesem Fall aber haben sie sich getrennt, sind in drei Richtungen davon gestoben, ins Dorf, in Richtung, Nebelin und Blüthen. Und sie müssen das in völliger Panik getan haben", ist sich der Landwirt sicher, denn "die sind durch insgesamt sechs Elektrozäune gegangen, auch durch einen Graben. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt." Er habe sich die Spuren mit einem Tierarzt angesehen. Der könne sich auch keinen Reim darauf machen. Futter- oder Wassermangel als Ursache des Ausbruchs seien auszuschließen. "Beides ist in ausreichender Menge vorhanden." Was dagegen offensichtlich sei: "Der Elektrozaun wurde an einer Stelle durchtrennt und damit die weitere Stromzuführung unterbrochen", so Haack. Und sei das nicht das erste Mal passiert, wenn auch an anderer Stelle. "Ich habe schon Anfang August eine Anzeige bei der Polizei gemacht wegen eines solchen Vorkommnisses." Polizeisprecherin Bianca Krege bestätigt das. Damals hätte der Ausbruch der Tiere ebenfalls zu einem Bahnstopp geführt, habe eine Kuh einen ICE zum Halten gebracht.

Wer noch ausgebrochene Färsen sichtet, melde sich bitte umgehend beim Karstädter Landwirt Christian Haack, Telefon 0162/2454858.

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